Viele Ladenbesitzer erlebten, dass ihr Kinderschuh-Segment im Krisenjahr 2020 einen Umsatzzuwachs einfuhr. Während des Lockdowns im Frühjahr war es vor allem der saisonbedingte Bedarf, der für einen kräftigen Schub sorgte. Auch die Spätsommer- und Herbstmonate verliefen für viele Unternehmen positiv. Die Gründe sind offensichtlich: Kinderschuhe werden einfach immer gebraucht. Und viele Eltern scheuen sich nach wie vor, die Stiefel und Halbschuhe für ihren Nachwuchs online zu kaufen und damit das Risiko einzugehen, dass die Schuhe am Ende nicht passen. Die ersten Schuhe für den Sprössling sind zudem oft ein emotionales Thema für Familien. Während also Damen- und insbesondere Herrenschuhe in den Regalen liegen blieben, stand im Kinderschuhbereich unterm Strich vielfach ein beachtliches Plus. Das reicht für einen Vollsortimenter nicht, um das Krisenjahr auch nur ansatzweise entspannt abzuschließen. Aber es zeigt eben auch, das trotzdem was geht. Das belegen die Ergebnisse einer schuhkurier-Umfrage unter Händlern: Etliche planen, das Geschäft mit Schuhen für die Kleinen sogar auszubauen.
Mit dem Bedarf allein ist der Erfolg nicht zu erklären. Eine wesentliche Komponente ist das Engagement der Händler. Es ist mit vielen Dingen so: entweder ganz – oder gar nicht. Mit Kreativität und immensem Einsatz haben es viele Händler geschafft, die Bindung zu ihren Kunden auch in der Pandemie zu stärken. Auslieferung am Wochenende, individuelle Beratungstermine unter höchsten Schutzvorkehrungen, Videos via Instagram und eine Hotline, die immer erreichbar ist – das wirkte bei vielen Kunden. Die Hoffnung der Händler, dass sich dieses Investment auch dann noch auszahlt, wenn die Pandemie abgeebbt ist, ist durchaus berechtigt.