Verdi und die Gesamtbetriebsräte der Warenhäuser Karstadt und Kaufhof kamen am 30. Januar zu einem Spitzengespräch mit der Unternehmensführung von Karstadt-Kaufhof zusammen. An dem Treffen in Berlin nahmen auch der Eigner der Signa-Holding René Benko, CEO Stephan Fanderl, die Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Peter Zysik (Kaufhof) und Jürgen Ettl (Karstadt) und ihre Stellvertreter sowie der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske und Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger teil.
In dem Gespräch habe die Unternehmensführung von Karstadt/Kaufhof erklärt, dass sie von den Kaufhof-Beschäftigten einen Beitrag in Höhe von 70 Mio. Euro zur Sanierung des Unternehmens erwarte. Die Signa-Holding wolle ihrerseits im Frühjahr eine Finanzspritze in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags zur Stützung von Kaufhof bereitstellen. Auch würde kein Geld abgezogen, sondern reinvestiert.
Scharfe Kritik übte Verdi an der Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens. „Die bisherige Informationspolitik des Unternehmens und die Ankündigung, aus der Tarifbindung auszuscheren, war weder sachdienlich noch förderlich für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Einseitiges Handeln verhindert Vertrauen“, sagte Stefanie Nutzenberger. „Eine Tarifflucht und die Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband ohne Tarifbindung stellt für die Beschäftigten eine Provokation dar“. Ein Zukunftskonzept müsse von den Beschäftigten mitgestaltet werden. Nutzenberger: „Wir brauchen eine Beschäftigungs- und Standortsicherung – auch für die 40 Doppelstandorte und ein Bekenntnis zur Tarifbindung. Dann sind wir auch bereit, über ein Zukunftskonzept zu verhandeln“, so Nutzenberger.
Die Gewerkschaft will die Tarifkommissionen von Kaufhof und Karstadt noch im Februar zu gemeinsamen Beratungen über die nächsten Schritte und Maßnahmen zusammenrufen. Bis dahin sollen die Eckpunkte eines Zukunftskonzepts des Unternehmens inklusive eines möglichen Arbeitnehmerbeitrages schriftlich vorliegen und den Tarifkommissionsmitgliedern plausibel dargelegt werden.