Nach Informationen von Verdi sollen im Warenhausbereich entgegen zuvor anderslautender Pläne nun 28 statt 21 Häuser auf eine sogenannte ’Fokusliste‘ gesetzt werden. Bei Karstadt Sports sollen sechs der 28 Filialen auf die Liste kommen. Verdi lehnt weitere Kahlschlagpolitik bei Karstadt ab und fordert stattdessen eine Rückkehr in die Tarifbindung sowie eine Beschäftigungs- und Standortgarantie für die verbleibenden 81 Karstadt-Warenhäuser sowie die 28 Karstadt-Sports-Filialen.
„Die Arbeitgeber haben bei der letzten Tarifverhandlung am 10. April deutlich gemacht, dass sie in beiden Unternehmen weitere Filialschließungen und zusätzlichen Personalabbau planen. Die Pläne, die die Arbeitgeber auf den Tisch gelegt haben – Tarifverzicht und weitere Kahlschlagpolitik – sind für uns absolut inakzeptabel“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes.
Stellenabbau bei Karstadt Sports geplant?
Zusätzlich zu den neuen möglichen Filialschließungen planen die Arbeitgeber laut Verdi in weiteren zehn Sports-Filialen Personalabbau. Sowohl für Kapstadt Warenhäuser als auch für Karstadt Sports wollen sich die Arbeitgeber zudem die Möglichkeit offen halten, Verkaufsflächen fremd bewirtschaften zu lassen. Noch dazu soll die vollständige Rückkehr in die Tarifbindung durch eine stufenweise Angleichung über den langen Zeitraum von insgesamt sechs Jahren erfolgen. Nach Personalkosteneinsparungen in Höhe von 92 Mio. Euro will Karstadt so insgesamt weitere 240 Mio. Euro auf dem Rücken der Beschäftigten einsparen.
Sollte dieser Plan umgesetzt werden, so wären in beiden Unternehmen fast 40% der verbleibenden Arbeitsplätze gefährdet. Und das, nachdem bereits sechs Filialen geschlossen und 2.400 Stellen gestrichen werden. „Die Pläne der Karstadt-Eigner haben nichts mehr mit der Entwicklung eines erfolgreichen Konzepts für das Warenhaus der Zukunft zu tun. Es geht offenbar nur noch um rücksichtslosen Kahlschlag“, so Peukes.