Neben der Personalie Fanderl wurde im Aufsichtsrat die Zusammensetzung und Neuaufstellung des Managements beschlossen. Der 51-jährige Fanderl war seit dem 1. Oktober 2013 Vorsitzender des Karstadt-Aufsichtsrats. Ihm folgt in dieser Funktion Wolfram Keil, der seit September 2014 Mitglied des Gremiums ist.
Den durch den Wechsel von Dr. Stephan Fanderl in die Geschäftsführung vakant gewordenen Sitz im Aufsichtsrat übernimmt Jörg Schwengel von der Signa Gruppe.
Das Management Team der Karstadt Warenhaus GmbH setzt sich nunmehr aus folgenden Personen zusammen: Dr. Stephan Fanderl als neuer CEO, Miguel Müllenbach als Chief Finance Officer und Arbeitsdirektor, Jörg-Peter Schmiddem als Chief Merchandise Officer (Einkaufschef) und Thomas Wanke als Chief Retail Officer Sales (Vertriebschef).
Unbestätigten Pressemeldungen zufolge soll es umfangreiche weitere Einschnitte geben, wie die Reduzierung des Personals auf der Fläche und den Verzicht auf Weihnachts- und Urlaubsgeld. Zu den beschlossenen Maßnahmen erklärt Stephan Fanderl in einem ersten Statement: „Die Sanierung wird uns viel abverlangen. Ohne zum Teil sehr schmerzliche Entscheidungen wie auch Filialschließungen wird es nicht gehen, um das Überleben des Gesamtunternehmens zu sichern. Alle Anstrengungen müssen parallel darauf ausgerichtet bleiben, operativ besser zu werden und die Filialrentabilität zu verbessern.“
Man habe aber auch ein Zukunftskonzept erarbeitet, „mit dem wir nach erfolgreicher Sanierung das Unternehmens strategisch neu ausrichten werden“, so Fanderl.
Der neue Aufsichtsratsvorsitzende Wolfram Keil unterstreicht: „Wir stehen erst am Anfang eines langen Prozesses. Karstadt steht vor einem tiefgreifenden und umfassenden Wandel – Sanierung und Zukunftskonzept bedingen sich gegenseitig. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Mit dem richtigen Konzept, mit dem neu aufgestellten Management-Team und mit der Unterstützung unserer Mitarbeiter schaffen wir den turn-around.“
Alle Pläne sollen nun mit den Arbeitnehmergremien der Karstadt Warenhaus GmbH und mit der Gewerkschaft Verdi in den vorgeschriebenen Verfahren beraten und verhandelt werden.