Nach dem Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt gehören insgesamt 243 Standorte in Deutschland, Belgien und den Niederlanden zu dem neuen Warenhaus-Konzern. Von diesen Filialen will Dr. Stephan Fanderl, CEO des Joint Venture, möglichst viele erhalten. Die Geschäfte „sind und bleiben das Herzstück“, erklärte Fanderl in einem Interview mit der Bild am Sonntag. „Wir leben nicht davon, Filialen zu schließen, sondern davon, sie erfolgreich zu betreiben.“ Er werde um jedes einzelne Haus kämpfen, kündigte Fanderl an. Allerdings werde es bei Kaufhof ein harter Kampf, jede einzelne Filiale zurück in die schwarzen Zahlen zu führen.
Kaufhof-Führung muss offenbar gehen
Dabei legt Fanderl offenbar keinen Wert auf die Unterstützung der bisherigen Kaufhof-Führung. So soll es laut Medienberichten für den Kaufhof-Chef Roland Neuwald sowie die Geschäftsführer Edo Beukema, Klaus Hellmich und Peter Herlitzius keine Zukunft innerhalb des Unternehmens geben. Einzig Finanzchef Guido Mager werde seine Position behalten Hintergrund soll die wirtschaftliche Lage von Kaufhof sein. Die Lage dort sei noch schlechter als bei Vertragsunterzeichnung erwartet. Die Verluste würden immer größer, so dass Dr. Stephan Fanderl mit der Situation bei Galeria Kaufhof hochgradig unzufrieden sei. Dagegen hieß es aus dem Kaufhof-Umfeld, dass die Umsätze im Oktober und November erstmals wieder über dem Vorjahresniveau gelegen hätten. Bei der Kritik an der Lage von Kaufhof gehe es möglicherweise auch darum, den Boden für die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag vorzubereiten.