Stephan Fanderl soll gemäß Medienberichten in einem Brief an die Karstadt-Mitarbeiter angekündigt haben, man werde an den verlustbringenden Filialen „hart arbeiten müssen, sie zu drehen.“ Es gehe nicht nur um Schließungen, „sondern darum, dass wir so viel wie möglich von Karstadt erhalten können.“ Seit 2010 habe das Unternehmen über eine halbe Milliarde Euro verloren, erklärt Fanderl weiter. „Über sieben Millionen Menschen kaufen heute nicht mehr bei uns ein“. Zudem werde weiterhin kein Geld verdient, so Fanderl.
Geplant sei ein Konzept, das auf zwei Warenhaustypen basiert, einem ’Kaufhaus des Lebens‘ für den Erlebniskauf und ein ’Kaufhaus der Stadt’ für die Bedarfsdeckung. Im Sommer nächsten Jahres sollen erste Märkte nach diesem Konzept umstrukturiert werden – einhergehend mit einer umfassenden Kostenreduzierung.
Wieder angefacht wurden unterdessen Spekulationen um eine Fusion von Karstadt und Kaufhof. Gegenüber dem Focus bestätigte Kaufhof-Mutter Metro am Wochenende Kontakte und „lose Gespräche“, kündigte zugleich aber an, dass mehr in nächster Zeit nicht geplant sei.
Mit Sorge blickt die Schuhbranche auf die Entwicklungen bei Karstadt. Zu möglichen Varianten, die Kosten des Unternehmens zu senken, könnte aus Sicht von Branchenteilnehmern auch die Auslagerung der Schuhflächen gehören. Diese könnten dann als Concession-Modell von Industriepartnern betrieben werden oder auch an einen externen Händler abgegeben werden.