Von April bis Juni stieg das Volumen auf mehr als 6,2 Mrd. Euro an. Das ist doppelt so viel wie noch im ersten Quartal 2015, berichtet JLL. Eine bessere Quartalsbilanz hätte es zuletzt vor fast zehn Jahren gegeben – im ersten Quartal 2006. Für das Gesamtjahr rechnet JLL nun mit einem Gesamtvolumen von rund 15 Mrd. Euro.
„Handelsimmobilien haben ihren Anteil am gesamten Gewerbe-Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr nochmals deutlich ausgebaut. Mit 39% haben sie sogar den Büromarkt um einen Prozentpunkt überholt. Ein Grund für die starke Verbesserung war das durch den Verkauf von 43 Kaufhof-Häusern sehr herausragende Warenhausgeschäft. Zusammen mit der Corio-Übernahme durch Klépierre im ersten Quartal haben zwei Großtransaktionen das ausgewöhnlich hohe Volumen im ersten Halbjahr maßgeblich geprägt. Deutlich wird dabei auch das ungebrochene Vertrauen der Investoren in handelsgenutzte Gewerbeimmobilien“, sagt Jörg Ritter von JLL.
Nach Angaben von JLL entfällt der Löwenanteil des Transaktionsvolumens im zweiten Quartal mit 2,3 Mrd. Euro auf die sieben größten Metropolen des Landes. Diese kommen zusammen auf gut ein Viertel des Gesamtvolumens. Voran geht dabei die Hauptstadt Berlin mit rund einer Mrd. Euro, gefolgt von München (400 Mio. Euro) und Düsseldorf (250 Mio. Euro). Stärkste Anlageklasse seien Shopping Center. Warenhäuser folgen auf Rang zwei, vor Supermärkten und Geschäftshäusern. Der Anteil ausländische Akteure auf der Käufer- und Verkäuferseite habe deutlich zugelegt.
Shopping Center: Volumen im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifacht
Shopping Center machten im ersten Halbjahr mit einem Volumen von knapp 3,1 Mrd. Euro rund 34% des gesamten Transaktionsvolumens aus. Das Vorjahreshalbjahr (1,19 Mrd. Euro) wird nahezu verdreifacht. Treibende Kraft war dabei die Corio-Übernahme durch den französischen Centerbetreiber Klépierre.
Warenhäuser: Rasante Aufholjagd durch Kaufhof-Verkauf
Nach einem schwachen Start in das Jahr mit nur rund 47 Mio. Euro, haben die Warenhäuser eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt und schließen das erste Halbjahr mit einem Transaktionsvolumen von fast 2,6 Mrd. Euro ab. Der von JLL nach dem ersten Quartal prognostizierte Aufwärtstrend hat sich damit bewahrheitet. Ausschlaggebend war der Weiterverkauf von 43 Warenhäusern im Rahmen der Kaufhof-Unternehmensübernahme durch Hudson‘s Bay. Zugleich gibt es Gründe für weiteren Optimismus: Die Nachfrage nach Objekten in guten Lagen ist unverändert hoch, hängt jedoch in hohem Maße von der Verfügbarkeit entsprechender Immobilien ab.
Geschäftshäuser in 1a-Lagen: Volumen überspringt die Milliardengrenze deutlich
Geschäftshäuser in innerstädtischen 1a-Lagen festigten ihren Ruf als Favorit vieler Investoren. Mit 1,27 Mrd. Euro Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2015 zog das Segment deutlich an und schloss im Vergleich zum Vorjahr (562 Mio. Euro) mehr als doppelt so hoch ab. Der deutliche Anstieg im ersten Quartal hat sich somit auch im zweiten bestätigt und das Wachstum auf einem konstanten Kurs gehalten. Trotz des großen Wachstums ist auch hier noch deutliches Potenzial nach oben. Der Grund: Die tatsächliche Nachfrage nach entsprechenden Immobilien wird in diesem Wert bei weitem nicht deutlich. Auch hier fehlt es trotz des Aufwärtstrends weiter an geeigneten Verkaufsobjekten.
Ausländische Investoren bestimmen das Marktgeschehen
Ausländische Investoren haben ihren Anteil an den Transaktionen auf dem deutschen Markt im Vergleich zum Vorjahr nochmals deutlich ausgebaut. Allein bei den vier größten Abschlüssen waren ausländische Investoren auf der Käuferseite, insgesamt sieben Mal bei den Top Ten. Die konkreten Zahlen machen das noch deutlicher: Vom gesamten Transaktionsvolumen standen bei 71% ausländische Akteure auf der Käuferseite. Im Vorjahr war es noch 48% gewesen. Auf der Verkäuferseite fiel ihr Anteil mit 77% nochmals höher aus. Die sechs größten Transaktionen gehen allesamt von ausländischen Verkäufern aus. Per Saldo hat sich der Bestand deutscher Handelsimmobilien bei ausländischen Investoren im ersten Halbjahr um 500 Mio. Euro reduziert.