Der Index, der die Attraktivität der Städte anhand der Präsenz internationaler Marken misst, sieht im innerdeutschen Wettbewerb München mit Rang 33 vorne. Es folgt die Hauptstadt Berlin auf Platz 37, während Hamburg auf 45 und Frankfurt auf Position 50 landen. Im erweiterten Feld der Top 140 Städte weltweit sind zudem Düsseldorf (Rang 67), Köln (Rang 87) sowie Stuttgart (Rang 125) vertreten.
Der global begehrteste Standort für den Einzelhandel ist laut dem JLL Report ’Destination Retail 2016‘ derzeit die britische Hauptstadt London, gefolgt von Hongkong und Paris. Die meiste Dynamik haben derzeit Asien und der Mittlere Osten. Auffällig sei mit Blick auf die weltweite Erhebung, dass fünf arabische Städte unter den Top-15 sich platziert haben: Dubai (Rang 4), Kuwait City (9), Abu Dhabi (11) sowie Djiddah und Riad (beide auf 15) etablieren sich zunehmend als Wirtschaftsstandorte und ziehen damit auch den Konsum an. Alle Städte verfügen über ein großes Flächenangebot und einen konstanten Zufluss internationalen Geldes. Gleiches gilt für viele asiatische Städte, wo vor allem Chinas Metropolen immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Zunehmend mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat derweil der weltweit größte Einzelhandelsmarkt in den USA. Der gesamte amerikanische Kontinent stellt nur ein Viertel der in der Top-50-Rangliste aufgeführten Städte.
„Mittelfristig rechnen wir mit einer anhaltenden Expansionsdynamik internationaler Einzelhändler in Deutschland. Neue Konzepte aus dem asiatischen oder amerikanischen Raum stehen bereit, ebenso wird die Bedeutung von Filialisten aus dem systemgastronomischen Bereich zunehmen“, sagt Helge Scheunemann, Head of Research bei JLL.
Konkurrenz durch Onlinehandel
Aktuell sorgt der Onlinehandel für rund 11,6% des Einzelhandelsumsatzes in Deutschland. Zum Vergleich: Im weltweit stärksten Onlinemarkt Großbritannien sind es derzeit 15,2%. Wenn das Wachstum anhält, werden die Online-Umsätze im kommenden Jahr 73 Mrd. Euro ausmachen. Das wäre ein Wachstum von 38% seit 2015.
„Das wirkt sich auf die Verkaufszahlen stationärer Einzelhändler aus und wird die Nachfrage nach Flächen verändern. Der Online-Handel wird zunehmend als Ergänzung zum klassischen Handel gesehen“, sagt Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany. „Wir beobachten keinen Rückgang bei der Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in den Top-Städten. Zudem gibt es immer mehr Beispiele für Online-Händler, die auch Geschäfte eröffnen, wobei sie sich allerdings auf ausgewählte Trendstädte konzentrieren.“
Mieten und Investitionen
In puncto Mieten und Investitionen sorgen die steigenden Umsätze der Händler sowie die gezielte Nachfrage nach Flächen in Toplagen für steigende Mieten in den Metropolen, wo die Nachfrage auch weiterhin konstant ist – trotz des Strukturwandels im weltweiten Einzelhandel. Zwischen 2005 und 2015 stiegen die Spitzenmieten laut JLL in den deutschen BIG 7 um 47%.
Der neue JLL-Report ’Destination Retail 2016‘ untersucht die Präsenz von 240 internationalen Einzelhandelsmarken in 140 Städten weltweit.