Nur drei Transaktionen lagen laut den Ergebnissen von Jones Lang LaSalle zwischen Januar und März im dreistelligen Millionen-Bereich. Im Vorjahr lag die Anzahl der Transaktionen noch doppelt so hoch und das bei deutlich höheren Volumina je Abschluss. Bei den Assetklassen liefen die Geschäftshäuser den Shopping-Centern diesmal den Rang als umsatzstärkste Kategorie ab: Sie steigerten sich im Vergleich zum Vorjahr von 376 Mio. Euro auf 469 Mio. Euro, während die Shopping-Center nach dem Höhenflug durch den genannten Portfoliodeal mit 1,35 Mrd. Euro nun bei 400 Mio. Euro landeten. Fachmärkte haben ihre Bilanz derweil auf 355 Mio. Euro mehr als verdreifacht. Fachmarktzentren (von 365 Mio. Euro auf 266 Mio. Euro) und Supermärkte (von 782 Mio. Euro auf 151 Mio. Euro) büßten hingegen signifikantes Transaktionsvolumen ein.
Die niedrige Verfügbarkeit von Produkten im ersten Quartal 2016 machte sich laut JLL besonders in den Big 7 bemerkbar. Neben dem generellen Rückgang des Transaktionsvolumens verloren sie zudem beim Marktanteil von 21 auf 15%. Allein München gelang eine spürbare Steigerung von 22 Mio. auf 145 Mio. Euro. Düsseldorf steuerte 23 Mio. Euro Transaktionsvolumen bei. Die anderen Städte verloren zum Teil deutlich, in Frankfurt, Köln und Stuttgart gab es im ersten Quartal keine reinen Einzelhandelstransaktionen. Das Geschäft findet dafür gerade an anderer Stelle statt: „Wegen des Angebotsmangels in den Metropolen weichen Investoren in attraktive B-Städte aus. Dort verzeichnen wir derzeit eine Reihe von Transaktionen – allerdings meist mit niedrigeren Volumina“, lenkt Sandra Ludwig, Head of Retail Investment JLL Germany, den Blick auf die Märkte in den vielen mittelgroßen Städten Deutschlands.
Deutsche Akteure übernahmen gegenüber internationalen Anlegern derweil wieder die Oberhand im Markt: Auf Käuferseite waren sie für 58% des Retail Transaktionsvolumens verantwortlich – 2015 waren es im ersten Quartal noch 45%. Auf der Verkäuferseite holten sie noch rasanter auf: Mit 51 % übernahmen sie knapp die Führung, nachdem internationale Investoren im ersten Quartal 2015 noch mehr als drei Viertel des Volumens erzielt hatten. Sandra Ludwig begründet: „Diese Verschiebung kommt durch die gesunkenen Transaktionsvolumina. Je größer die Deals sind, desto eher bieten internationale Investoren mit. Bei kleineren Objekten ist das Interesse der internationalen Käufer niedriger und deutsche Investoren kommen häufiger zum Zug.“
Generell sind die Renditen im Retail-Bereich weiter unter Druck. „Für Geschäftshäuser in B-Städten sinken sie wegen der gestiegenen Nachfrage mittlerweile auf ein Niveau von bis zu 4,50 % Nettoanfangsrendite“, kommentiert Sandra Ludwig.