121.200 qm wurden laut JLL bundesweit umgesetzt. Das sind zehn Prozent mehr als noch im Vorjahreszeitraum. Mit 254 Abschlüssen nach 203 im Vorjahresvergleichsraum war das prozentuale Wachstum bei den Deals mit 20% sogar doppelt so hoch. Nachdem das Vorquartal besonders stark gewesen ist, habe sich das erste Quartal 2016 als durchaus solide entwickelt. „Die Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer, dass der Jahresauftakt eher schwach war, wird von den blanken Zahlen zunächst nicht bestätigt. Allerdings spiegelt sich hier die Schwäche der Big 10 wider, die in der subjektiven Betrachtung der Akteure häufig im Fokus stehen. Insbesondere in Berlin – und das bestätigen die Zahlen – hat man derzeit das Gefühl, der Markt steht still. Das liegt daran, dass auch Großstädte abseits der Big 10 mittlerweile entsprechende Mietflächen anbieten können. Zudem werden diese Städte in den kommenden Quartalen weiter kräftig aufholen, da Investoren mittlerweile auch in dort viele Objekte bauen”, sagt Dirk Wichner, JLL Head of Retail Leasing Germany.
Rund 36.000 qm des Flächenvolumens gingen dabei auf die Big 10 Standorte, die damit erneut Abstriche beim Anteil am Gesamtvolumen machen mussten – für sie ging es um minus drei Prozentpunkte auf 30%. Entsprechend verhalten sind die Umsätze in den einzelnen Standorten: Den besten Start erwischte Stuttgart mit 9.700 qm, die die baden-württembergische Landeshauptstadt vor allem einer Primark-Anmietung zu verdanken hat. Dahinter folgt München mit 5.200 qm, was ein leichtes Wachstum gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Fast gleichauf mit jeweils 4.100 qm folgen Frankfurt und Berlin. Ist dieser Wert für Frankfurt noch ein mittelmäßiges Ergebnis, bedeutet es für die Hauptstadt das niedrigste Ergebnis binnen sechs Jahren. Köln (3.200 qm) und Düsseldorf (3.100 qm) zeigten konstante Werte und in Hamburg (2.900 qm) fehlte es vor allem an Großflächenanmietungen. Leipzig startete mit 2.600 qm ähnlich gut wie im vergangenen Jahr. Mit 460 qm zeigt der Hannoveraner Markt momentan die geringste Dynamik.
Textilbranche stärkster Flächenumsatzbringer
Stärkster Flächenumsatzbringer war erneut die Textilbranche mit rund 30%. Innerhalb der Branche liefen die Textildiscounter mit 37% der Young Fashion (26%) den Rang ab. Mit 3% lag die Schuh- und Lederwarenbranche vereint auf den hinteren Plätzen.
Bei den Spitzenmieten auf den Haupteinkaufsstraßen teilen sich die Big 10 in drei Gruppen auf. Die Führungsgruppe mit mehr als 300 Euro/m²/Monat führt unangefochten München mit konstant 360 Euro an, die auf der Kaufingerstraße gezahlt werden. Dahinter verbessert sich die Berlin Tauentzienstraße auf Jahressicht von 300 auf 350 Euro und setzt sich damit von der Frankfurter Zeil ab, die bei 310 Euro verharrt.
In der Gruppe der Verfolger behaupten Düsseldorfs Königsallee (290 Euro) und Hamburgs Spitalerstraße (280 Euro) ihre Positionen. Das Hauptfeld führt Kölns Schildergasse schließlich mit konstant 255 Euro an, während Stuttgarts Königstraße bei 250 Euro liegt. Dahinter folgen Hannovers Georgstraße (200 Euro), Nürnbergs Ludwigsplatz (160 Euro) und die Petersstraße und die Grimmaische Straße in Leipzig mit 120 Euro. Auch hier gab es keine Veränderung.
Der Rückgang der Renditen hat sich derweil in allen zehn Städten abgebremst. In den meisten Städten blieb die Spitzenrendite konstant. Allein Hannover, Leipzig und Nürnberg verloren um 10 Basispunkte. Den niedrigsten Wert erreichte München mit konstanten 3,50%.