Aus dem aktuellen Retail Leasing Marktbericht von JLL geht ferner hervor, dass die Vermietungen von Einzelhandelsflächen unter 100qm rund ein Viertel alle Abschlüsse ausgemacht hätten. Das Segment mit mehr als 1.000 qm konnte derweil sein Vorjahresniveau nicht verteidigen und erreichte einen Anteil von 13% der abgeschlossenen Mietverträge gegenüber 17% im Vorjahr.
Rund 205.000 qm des Flächenvolumens gingen laut JJL dabei auf die Big 10 Standorte, die im Abschlussquartal für die Hälfte aller Deals sorgten und so ihren Anteil für das Gesamtjahr leicht von 38% auf 40% ausbauen konnten. Primus unter den Big 10 bleibt weiterhin die Hauptstadt Berlin mit 48.400 qm, was rund 18% weniger im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch das zweitplatzierte Hamburg verbuchte mit 27.000 qm rund 8.000 qm weniger als im Jahr 2014. Seinen stabilen Auftritt mit jeweils mehr als 20.000 qm in den vergangenen vier Jahren setzte derweil Köln fort und liegt mit 24.800 qm auf dem dritten Platz, vor dem rheinischen Rivalen Düsseldorf und München mit je 23.900 qm. Für Düsseldorf ein gutes Comeback mit einem Plus von 160% nach einem deutlich schwächeren Vorjahr. Das Feld komplettieren Frankfurt (18.500 qm), ein starkes Leipzig (12.200 qm), Stuttgart (11.300 qm) Hannover (8.700 qm) und Big-10-Schlusslicht Nürnberg mit 6.200 qm. Darunter büßten Frankfurt (-40%) und Stuttgart (-58%) deutlich ein.
Stärkster Flächenumsatzbringer war erneut die Tetxtilbranche mit rund 37% nach 41% im Vorjahr. Die Young-Fashion-Anbieter Reserved und Superdry gehörten dabei zu den agilsten Akteuren, heißt es von JLL. Ihr Segment machte unter den Textilhändlern 29% aus. Mit je einem Fünftel folgen Bekleidungshäuser und Discounter.
Bei den Spitzenmieten auf den Haupteinkaufsstraßen teilen sich die Big 10 in drei Gruppen auf. Die Führungsgruppe mit mehr als 300 Euro/qm/Monat führt unangefochten München mit konstant 360 Euro an, die auf der Kaufingerstraße gezahlt werden. Dahinter verbessert sich die Berlin Tauentzienstraße von 300 auf 320 Euro und setzt sich damit von der Frankfurter Zeil ab, die um 10 Euro auf 310 Euro zulegt.
In der Gruppe der Verfolger legen Düsseldorfs Königsallee (290 Euro) und Hamburgs Spitalerstraße (280 Euro) auf Jahressicht um je 5 Euro zu. Das Hauptfeld führt Köln Schildergasse schließlich mit 255 Euro an (plus 5 Euro) während Stuttgarts Königstraße bei 250 Euro verharrt. Dahinter folgen Hannovers Georgstraße (200 Euro), Nürnbergs Ludwigsplatz (160 Euro) und die Petersstraße und die Grimmaische Straße in Leipzig mit 120 Euro.
Die Renditen waren derweil in allen zehn Städten rückläufig. Die niedrigste Spitzenrendite erreichte München mit aktuell 3,50%. Hamburg, Köln, Stuttgart und Nürnberg büßten 30 Basispunkte ein. In Berlin und Düsseldorf gaben die Renditen um 25 Punkte nach.