Zu den 2,25 Mrd. Euro aus dem ersten Quartal sind nun nochmals 2,57 Mrd. Euro im zweiten hinzugekommen. Der Markt habe seine von Jahresbeginn an starke Form sogar noch ausbauen können und liege nun 20% vor dem Vorjahreswert, heißt es von JLL. Einer der Gründe für die starke Performance sei, dass es im ersten Halbjahr elf Transaktionen mit mehr als 100 Mio. Euro gab, die sich auf ein Transaktionsvolumen von 2,3 Mrd. Euro summieren. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt zwei Deals und 850 Mio. Euro weniger, heißt es von Seiten JLL.
Internationale Investoren dominieren die Verkäuferseite im ersten Halbjahr
Ausländische Investoren sehen Deutschland nach wie vor als sicheres Investitionsland. Die Zahlen des ersten Halbjahres spiegeln nach Ansicht der Marktexperten von JLL das deutlich wider: Während internationale Akteure auf der Verkäuferseite 65% ausmachten, waren sie auf Käuferseite nur zu 32% beteiligt. Per Saldo reduzierten sie ihre Bestände seit Jahresbeginn um 1,6 Mrd. Euro. Bei den fünf größten Transaktionen waren Ausländer auf der Verkäuferseite beteiligt.
Fachmärkte und Fachmarktzentren waren unter den Objektarten zwar erneut mit 37 % Anteil am Transaktionsvolumen am stärksten gefragt, aber längst nicht mehr mit solcher Dominanz wie im ersten Quartal, als sie 56% ausmachten. Vor einem Jahr hatten sie bei 41% gelegen, so JLL weiter. Deutlich zugelegt haben hingegen Geschäftshäuser, die zum Halbjahr 2017 knapp ein Drittel des Volumens auf sich verbuchen, nachdem es vor einem Jahr nur 17% waren. Shopping Center legten ebenfalls zu – von 21% auf 2%. Supermärkte (4%) und Warenhäuser (1%) büßten hingegen an Bedeutung ein. Vor einem Jahr hatten sie noch bei 7% beziehungsweise 14% gelegen.
Große Dynamik entwickelten die Retail-Investmentmärkte in Berlin und Köln: Die Hauptstadt legte laut JLL von 112 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf 292 Mio. Euro zu. Die rheinische Millionenstadt verbuchte 232 Mio. Euro, nachdem es im ersten Halbjahr 2016 keine signifikanten Abschlüsse gegeben hatte. Rückgänge mussten indes München (403 Mio. Euro auf 242 Mio. Euro), Hamburg (309 Mio. Euro auf 69 Mio. Euro) und Düsseldorf (32 Mio. Euro auf 14 Mio. Euro) hinnehmen. Auf der Verkäuferseite waren Asset/Fonds Manager mit einem Anteil von 48% und Entwickler mit 13% besonders aktiv. Als Käufer waren Asset/Fonds Manager (34%), Spezialfonds (20%) und diesmal auch Pensionskassen (14%) prägend für den Markt.