Hinter der Kölner Schildergasse folgt die Neuhauser Straße in München mit durchschnittlich 14.720 Passanten in der Stunde auf Rang zwei. Die Frankfurter Zeil mit 14.250 Menschen kommt knapp dahinter auf Rang drei. Der Vorjahressieger, die Kaufingerstraße in München, verbesserte sich zwar um rund 500 auf 13.395 Passanten, landete damit aber nicht mehr auf dem Siegerpodest. In Düsseldorf konnte die nun vom Straßenbahnverkehr befreite Schadowstraße auf Jahressicht deutlich von 10.080 auf 12.365 zulegen und komplettiert die Top-5.
„Im Hinblick auf die stetige Verbesserung der Datenqualität ist JLL in diesem Jahr erstmalig dazu übergegangen, die Zählung auf drei Stunden pro Tag und Standort auszuweiten. Gezählt wurde an einem Samstag in der Zeit von 13 bis 16 Uhr, hieraus wurde die durchschnittliche Passantenfrequenz pro Stunde ermittelt. Die Erhebung ist deutschlandweit die umfangreichste Erhebung dieser Art“, erklärt Helge Scheunemann, Head of Research bei JLL.
Die Zählung belege ein generelles Wachstum, so JLL. So habe sich von 2012 bis 2016 ein Plus von 2,4% ergeben. Auch der Schnitt über fünf Jahre von 705.000 Passanten wurde leicht übertroffen. Dirk Wichner, JLL Head of Retail Leasing: „Die signifikanten Zuwächse in den Einkaufsstraßen vieler Städte belegen, dass der wachsende Online-Handel von den Kunden als Ergänzung, aber nicht als Ersatz wahrgenommen wird.“
Neben München ist auch Hannover doppelt in den Top 10 vertreten
Rund 9.000 Passanten waren in diesem Jahr nötig, um einen Platz in den bundesweiten Top-10 zu erobern. Neben München gelang es dabei nur Hannover gleich doppelt in diese Spitzengruppe vorzustoßen: Die Georgstraße auf Platz 6 mit 12.215 Passanten und die Bahnhofstraße (9.585 Menschen) auf Platz 8 belegen die Attraktivität der niedersächsischen Landeshauptstadt. Einfach vertreten in den Top-10 ist Hamburg mit der Mönckebergstraße (9.715) auf Platz 7, die der Spitalerstraße im innerstädtischen Wettbewerb deutlich an Frequenz abnehmen konnte. Zurück in den Top-10 ist Dortmunds Westhellenweg (9.475) nach einer kleinen Schwächephase im vergangenen Jahr, während Baden-Württemberg einzig durch die Stuttgarter Königstraße (8.890 Passanten) repräsentiert ist.
Wiesbaden, Saarbrücken und Kaiserslautern führen die Rankings nach Einwohnerzahlen an
Die Wiesbadener Kirchgasse (8.730) ist mit Abstand die bestbesuchte Einkaufsmeile in der Kategorie 250.000 bis 500.000 Einwohner. Es folgen die Bielefelder Bahnhofstraße (7.975; bundesweit Rang 15) und die Kaiserstraße in Karlsruhe (7.280; 18.). Die Gelsenkirchener Bahnhofstraße (6.795; 22.) und die Münsteraner Ludgeristraße (6.525; 24.) vervollständigen die fünf Top-Lagen dieser Kategorie.
Bei den mittelgroßen Städten mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern ist die Saarbrücker Bahnhofstraße (6.580; 23.) das Maß der Dinge. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Ulmer Hirschstraße (6.050; 30.) und die Trierer Simeonstraße mit 6.035 Passanten. Zu den Top-5 in dieser Einwohnerkategorie gehören zudem die Leipziger Straße in Halle an der Saale (6.030; 33.) und die Hauptstraße in Heidelberg (5.680; 37.).
In der Kategorie unter 100.000 Einwohnern trumpft die Fackelstraße in Kaiserslautern (5.620; 38.) auf. Dahinter folgt der Flensburger Holm (4.530; 62.) auf Rang zwei. Platz drei geht an den langjährigen Spitzenreiter in dieser Kategorie, den Gießener Seltersweg (3.780; 77.). Die Kanzleistraße in Konstanz (3.290; 90.) und die Münchener Straße in Rosenheim (3.090; 93.) machen die Top-5 der Kategorie komplett.
Die Düsseldorfer Königsallee (4.870 Passanten; 56. Rang) ist der unangefochtene Spitzenreiter in der Gruppe Luxusmeilen. Mit einigem Abstand folgen der Neue Wall in Hamburg stabil (3.020; 97.) sowie die Goethestraße in Frankfurt (2.500 Passanten), die kräftig zulegte und sich um 50 Plätze auf Rang 116 verbessert hat. Konstant präsentiert sich die Münchner Maximilianstraße (1.830) auf Rang 147, während die Stuttgarter Stiftstraße an Zuspruch verlor und nur noch ein Drittel ihrer Vorjahresfrequenz verbuchte (850 Personen; 167.).
Fußgängerzonen locken deutlich mehr Passanten an als Fahrstraßen
Erneut hat JLL analysiert, inwieweit sich die Passantenzahlen in Fußgängerzonen und Fahrstraßen unterscheiden. Analysiert wurden dafür 132 Fußgängerzonen und 39 Fahrstraßen. Wie JLL erwartet habe weisen Fußgängerzonen eine deutlich höhere Frequenz auf. Im Durchschnitt liegen diese bei knapp 4.300 Passanten je Stunde