Die Stimmung der deutschen Wirtschaft bleibt trüb: Die Stimmung ist auch zum Jahreswechsel in den meisten Branchen schlecht, heißt es in einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft. Dabei wurden Branchenverbände nach der aktuellen Lage, den Aussichten noch geplanten Investitionen und Jobchancen befragt.
Insgesamt zeige sich: „Die deutsche Wirtschaft steckt tief in der Krise.“ So würden 31 von 49 Wirtschaftsverbänden die aktuelle Lage im Vergleich zum Vorjahr als „schlechter“ beschreiben. Als Gründe werden hierfür hohe Kosten für Energie, Arbeit, Material und überbordende Bürokratie genannt. Diese würden die Unternehmen derart belasten, dass sie kaum noch im internationalen Vergleich mithalten können. Außerdem hemme die unsichere Weltlage Exporte, während das „politische Chaos im eigenen Land“ Investitionen einschränke: „Wer nicht weiß, wohin die Politik die nächsten Jahre steuert, investiert seltener in neue Maschinen, Technologien oder Fahrzeuge.“
Diese negative Stimmung wirke sich voraussichtlich auch auf den Arbeitsmarkt aus: Knapp die Hälfte der befragten Verbände erwarten für das kommende Jahr einen Stellenabbau. Nur sieben Branchenverbände rechnen mit mehr Beschäftigten.
Nur 16 der 49 Unternehmen rechnen im kommenden Jahr mit einem Anstieg: Unter den Optimisten seien Unternehmen aus der Energie- und Wasserwirtschaft, aus der Pharmaindustrie, die Papierfabriken sowie die Logistik.
„Die deutsche Wirtschaft kommt auch 2025 nicht von Stelle“, sagt IW-Direktor Michael Hüther. „Besonders besorgniserregend ist die Vielzahl der Probleme, mit der die Unternehmen konfrontiert sind.“ Frühere Krisen hatten oft direkte Auslöser, waren weniger raumgreifend und dadurch einfacher zu bewältigen – jetzt ist die Lage im Inland wie im Ausland ungewiss. „Die kommende Bundesregierung muss wieder eine nachhaltige wirtschaftliche Perspektive schaffen. Nur so finden wir wieder den Anschluss an Wettbewerber.“