Der Umsatz der deutschen Naturtextilwirtschaft ist von 2000 bis 2013 jährlich um durchschnittlich 5% gewachsen. Im Rahmen der Berliner Messe Ethical Fashion Show stellte der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) am 21. Januar diese und weitere Marktdaten vor und gab einen Ausblick.
21.01.2015
Kristina Schulze/Petra Salewski
2 Minuten
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Das Wachstum bezieht sich auf die Zahlen der Verbandsmitglieder (aktuell knapp 120 Unternehmen). Die Naturtextilwirtschaft entwickelt sich damit nach Einschätzung des IVN besser als die Textil- und Bekleidungsbranche insgesamt. „Die Zahlen belegen, dass es sich lohnt, Textilien und Lederwaren umweltfreundlich und sozialverträglich herzustellen – sowohl im Hinblick auf Umwelt und Gesellschaft, als auch hinsichtlich einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung. Das ist ein äußerst positives Zeichen für die gesamte Branche“, sagt IVN-Vorstand Jürgen Schweikardt anlässlich der Veranstaltung.
Naturtextilien können ’massentauglich‘ werden
Der IVN sieht gute Chancen, dass Naturtextilien und -lederwaren zu ’massentauglichen‘ Produkten werden können, auch wenn sie hohe Ansprüche an Umwelt- und Sozialverträglichkeit erfüllen. „Wenn Hersteller in der Lage sind, innovative Produkte anzubieten, die in Preis- und Modeaspekt einigermaßen mit konventionellen Produkten konkurrieren können, wird es gelingen, aus der Nische vollständig herauszutreten“, ist IVN-Geschäftsstellenleiterin Heike Scheuer überzeugt. „Dass die Erfüllung dieser Bedingung keine Utopie ist, beweisen weltweit mehrere Tausend Unternehmen, die bereits GOTS* zertifiziert sind oder zum großen Teil nachhaltig wirtschaften“, so die Expertin. Ihrer Ansicht nach wird Druck gerade auch von den Konsumenten kommen. So werde Regionalität immer wichtiger, und: „Verbraucher werden vermehrt auch auf die politische Situation in den Produktionsländern achten.“
Herausforderungen: Berge an textilem Sondermüll
Als wichtige Herausforderungen gelten aus Sicht des Verbandes die globale Flächenknappheit und auch die Endlichkeit des nicht erneuerbaren Rohstoffs für Synthetikfasern. Zudem werde textiler Müll ein immer größeres Thema. Berge an textilem Sondermüll seien zu bewältigen, aber auch der Abfall, der bei der Produktion von Textilien direkt entsteht bzw. die Kleinstpartikel von Synthetikfasern und Ausrüstungsgegenständen, die durch das Waschen ins Grundwasser und von dort aus bis in die tiefe Arktis gelangen, werden aus Sicht des Verbandes Probleme bereiten. Weitere Informationen unter:www.naturtextil.de *GOTS: Global Organic Textile Standard. Der IVN ist einer von vier Gesellschaftern der GOTS gGmbH.