“Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass wir uns auf eine negative Trendumkehr einstellen müssen”, erklärte Cleto Sagripanti, Präsident des Herstellerverbandes Assocalzaturifici. Die italienische Schuhindustrie leidet unter zwei Faktoren: Zum einen ist der Inlandsmarkt regelrecht eingebrochen. Hier gingen die Paarzahl um 4% und der Wert um 7,2% zurück. “Wir stehen vor einer unhaltbaren Situation”, so Cleto Sagripanti. Zum anderen entwickelt eine Reihe von Auslandsmärkten schwächer als in der Vergangenheit. Während die Schuhausfuhren nach Deutschland stabil blieben, erlebten die Exporte nach Osteuropa und Russland einen Einbruch. So wurden von Januar bis April 2014 17,8% weniger Schuhe nach Russland exportiert als im Vorjahreszeitraum. Auch die Exporte in die Ukraine (-17%) und Kasachstan (-14,6%) waren deutlich rückläufig – eine Folge der politischen Krise in der Region. Auch China entwickelte sich mit einem Anstieg um 8,7% zurückhaltender als in der Vergangenheit. „Wir stehen vor einer Krise“, so Cleto Sagripanti. “Die Währungssituation bereitet zusammen mit allen anderen politischen Faktoren Sorgen. In der zweiten Jahreshälfte könnten wir voll von den Auswirkungen der Krise getroffen werden.”
In einer Befragung von Assocalzaturifici gaben mit Blick auf die Exportmärkte 55% der Unternehmen an, dass sie mit einer stabilen Lage rechnen. 25% gehen von eine Verschlechterung und 20% von einer Verbesserung aus. Dagegen glauben 41%, dass sich die Situation auf dem italienischen Markt weiter verschlechtern wird.