Frust in Italien: Seit 2012 geht die Binnennachfrage nach italienischen Schuhen kontinuierlich zurück, das berühmte ‘Licht am Ende des Tunnels’ scheint nach Überzeugung Sagriantis noch weit entfernt. Auch die Nachfrage aus dem EU-Ausland, in die sieben von zehn italienischen Schuhpaaren exportiert werden, bleibt offenbar hinter den Erwartungen zurück. Zudem nehme, wie der Verband mitteilt, die Kluft zwischen den Unternehmen der Branche zu.
Die Konjunkturanalyse ergebe einen paarzahlmäßigen Rückgang der Produktion in den ersten sechs Monaten in Höhe von 0,8. Laut einer Befragung des Verbandes sehen 54% der Unternehmen den Abschwung weiterhin ungebrochen, 21% gehen von Entspannung bei der Paarzahlproduktion aus.
Die weitreichende Internationalisierung, die insbesondere auf die nichteuropäischen Märkte zielt, wird von vielen Unternehmen als einzige Chance für die Zukunftssicherung angesehen. So hat sich der Export italienischer Schuhe in den ersten fünf Monaten 2013 insgesamt sowohl im Wert (+4,9%) als auch im Volumen (+1,4%) gesteigert. Zwar war der paarzahlmäßige Anstieg nur gering, jedoch sei wertmäßig ein Rekord erzielt worden, teilt Assocalzaturifici mit. Insgesamt wurden zwischen Januar und Mai 98,2 Mio. Paar Schuhe (1,3 Mio. mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) für einen Wert von ca. 3,3 Mrd. Euro exportiert. Dabei blieb der Export in EU-Länder wertmäßig fast stabil (-0,3%) und ging im Volumen zurück (-1,2%). Im Gegensatz dazu verzeichnen die nichtduropäischen Märkte eine deutlich positivere Entwicklung – im Wert um +11,2% und in der Menge um +7,3%. Dabei lagen vor allem die Vereinigten Staaten (+5,4%) und Kanada (+15,2%) gut im Rennen, ebenso Russland (+16,4%) und Kasachstan (+10,8%). Auch in China wurden mit + 31% signifikante Wchstumsraten erzielt, ebenso wie in Südkorea (+14%) und Japan (+8,2%). In Italien selbst stehen die Zeichen weiter auf Krise. Den Verbrauchern steht weniger Geld zur Verfügung, was sich vor allem auch auf den traditionellen Einzelhandel auswirkt. Nach Angaben Sagripantis verzeichnen die italienischen Schuhgeschäfte Rückgänge bei den Einkäufen im zweistelligen Bereich. Viele Händler greifen zum vermeintlich probaten Mittel der Rabattverkäufe, die nach Angaben des Verbandes in den ersten sechs Monaten des Jahres 55% der Paarzahlverkäufe.