I love shoes berichtet ja bekanntlich nicht nur über Schuhe und Schaufenster-Deko, sondern auch über die modischen Phänomene unserer schnelllebigen Welt. Heute im Visier: Der Hipster. Ein jeder von Ihnen ist ihm sicherlich unbewusst oder bewusst schon einmal begegnet, denn er besucht, so das Klischeebild, am liebsten hippe Sneaker-Stores und shoppt abseits des Mainstream. Sein Look: unkonventionell, individuell und dabei doch so oft vertreten. Was ist eigentlich ein Hipster? Diese Frage hat sich I love shoes gestellt und den Versuch einer Begriffsdefinition unternommen.
Was ist ein Hipster?
Laut Wikipedia handelt es sich dabei um einen gebräuchlichen Terminus des 21. Jahrhunderts. Er bezeichnet all jene, die sich vom Mainstream abgrenzen und einer speziellen Szene angehören möchten. Der Hipster ist urban, stammt aus der Mittelschicht und gehört meistens zu der Riege älterer Jugendlicher bis junger Erwachsener. Genauer hingeschaut wollen Hipster aber noch viel mehr als nur eine Szenezugehörigkeit zur Schau stellen. Sie wollen Fortschritt, bilden eine Gegenkultur und versuchen die Welt aus vorurteilsfreien Augen zu betrachten. Auch wenn sie selbst oftmals mit vorurteilsbehafteten Augen gesehen werden, denn dem Begriff haftet nicht selten eine spöttische Nuance an. Der Grund für den Hohn: Die Abkehr vom Mainstream hat sie selber zum Mainstream verkehrt. Wer cool sein will, der muss Persönlichkeit zeigen und zum authentischen Hipster werden. Doch die Fangfrage an dieser Stelle: Warum formiert sich dann die ganze Individualität aus einigen Labels wie Urban Outfitters oder American Apparel? Und warum müssen die Hipster alle leicht bis stark tätowiert sein, schwarze Brillengestelle auf den Nasen tragen und ein bequemes Natur-Fußbett bevorzugen?
Woran erkennt man den Hipster?
Stereotypisch und klischeebelastet ist ein Hipster derjenige, der zunächst Brille, Vollbart und den skeptischen Blick als Dauerbrenner-Accessoire mit sich trägt. In Sachen Style kommt das weite Cropped-Top und der Rucksack gut an. Der Musikgeschmack der Hipster erfordert dann einige Recherche, denn die konsumierten Bands müssen unbekannt, aber gut sein. Gleiches Bild in Sachen Film und Bücher, denn der Hipster mag es intellektuell.
Was ist es nun? Ein Image-Ding oder ein Lebensstil?
Ein Lebensstil, der sich auf die Metropolen der Welt zentriert hat. Denn hier findet das Unkonventionelle einen Raum. Neu ist das ’Hipstertum‘ auch nicht wirklich, denn schon immer gab es junge Erwachsene, die sich für alternative Konzepte, neue Musik, modische Looks und freigeistige Haltungen begeisterten. Allein der Name ist neu und sicherlich hat sich die Hipster-Riege auch ein Stück weit verselbstständigt und mit den aktuellen Mode-Trends vermischt. Es ist vielmehr eine ganzheitliche, gesellschaftliche Bewegung, begünstigt durch schnelle Trends und freies Denken. Doch wie bei vielen Trends, gibt es auch einen Hang zur gesellschaftlichen Kategorisierung. Und die Hipster-Klasse erfasst tendenziell jeden, der einen etwas lässigeren Look mit fortschrittlichem Denken kombiniert.
Eine Möglichkeit, dem Hipstertum entgegenzuwirken wäre, nicht jeden nach Merkmalen zu sortieren und in eine abgegrenzte Rubrik einzuordnen. Irgendetwas lauert schon nach dem Hipster-Zeitalter und wird sicherlich ebenfalls unter einem Oberbegriff gebündelt und nicht selten mit einigen schnöden Sprüchen flankiert.