Ein Blick auf bloße Zahlen genügt eigentlich, um die Dringlichkeit des Themas Produktsicherheit allgemein vor Augen zu führen: So wurden allein im Jahr 2014 mehr als 2.400 Produkte auf der Rapex-Liste veröffentlicht, davon rund 530 aus dem Bereich Bekleidung/Mode. Auf der Liste sind diejenigen Produkte und Unternehmen zu finden, deren Produkte von den zuständigen Behörden als ‘nicht sicher’ eingestuft wurden. Und wer einmal auf der Liste landet, wird so schnell nicht wieder gelöscht.
Produktverantwortliche stehen somit häufig vor der Herausforderung, mögliche Risiken richtig einschätzen sowie wirksame Kontrollen ein- und durchführen zu müssen. Und zwar nicht nur, um die gesetzlichen Rahmenbedingungen einzuhalten, sondern natürlich auch, um ein für alle Menschen wirklich sicheres, schadstofffreies und ungefährliches Produkt auf den Markt zu bringen – allein aus moralischer Sicht.
Vier Experten berichten von ihren Erfahrungen
Unter der Moderation von Martin Frommhold, Unternehmenssprecher der Hermes Hansecontrol GmbH, berichteten vier Experten von ihren Erfahrungen auf diesem Gebiet. So stellte etwa Dr. Arun Kapoor, Rechtsanwalt der internationalen Kanzlei Noerr LLP in München, Strategien zur Vermeidung von Rapex-Einträgen und deren ggf. strafrechtlichen Konsequenzen vor. Er rückte unter anderem auch das Thema Schadstoffe in den Mittelpunkt, ein mit Blick auf Chrom VI und Farbstoffe auch für die Schuh- und Lederwarenbranche sehr relevanter Aspekt.
Die staatliche Sicht auf die Thematik wurde durch Helmut Heming vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung erläutert. Er gab unter anderem Einblicke in die Überwachungspraxis der Behörden. Dabei wurde auch das Thema Onlinehandel und -plattformen angeschnitten, das hinsichtlich der Marktüberwachung derzeit noch wenig in den Fokus geraten ist. Allerdings: „Eine Rechtssetzung zur Marktüberwachung im Onlinehandel wird derzeit geprüft.“
Die mehr als 70 Teilnehmer kamen aus den verschiedensten wirtschaftlichen Bereichen der Nonfood-Konsumgüterindustrie, darunter auch Geschäftsführer, Qualitätsmanager und Produktverantwortliche.