Günter Althaus: „Wer sich nicht verändert, wird es nicht schaffen“
Im schuhkurier Exklusiv-Interview spricht Günter Althaus, seit 2009 Vorstandsvorsitzender der ANWR Group, über die Zukunft seiner Genossenschaft und Strategien für die Schuhbranche.
02.02.2016
Petra Salewski
2 Minuten
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Herr Althaus, was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Veränderungen, welche die Verbundgruppe während Ihrer bisherigen Zeit als Vorstandsvorsitzender durchlaufen hat? Jemand, der seit 2009 nicht mehr bei uns war, würde unser Haus nicht wieder erkennen. Wir haben heute eine völlig andere Mannschaft hier – ob das den Vorstand betrifft, die Führungsebenen oder die Mitarbeiter. Wir beschäftigen uns permanent damit, unsere Prozesse zu verbessern und unsere Strukturen anzupassen. Wir investieren jedes Jahr in neue Projekte, gerade im Moment mit dem Schwerpunkt Digitalisierung. Das kannte dieses Haus gar nicht. Wir haben allein im letzten Jahr für neue Themen über 5 Mio. Euro ausgegeben. Und haben trotzdem ein Betriebsergebnis, wie es dieses Haus in den letzten 90 Jahren nicht hatte. Wenn man sich gleichzeitig vor Augen führt, dass wir seit 2009 das Ausschüttungsvolumen an unsere Mitglieder massiv gesteigert haben, ist das eine sehr schöne Entwicklung. Was unsere Positionierung und die Wahrnehmung im Markt betrifft, hat sich auch einiges geändert. Es wird nicht alles positiv begleitet. Manches wird auch kritisch gesehen. Aber ich denke, wir werden wahrgenommen. Was war während Ihrer Zeit als Vorstandsvorsitzender die schwierigste Entscheidung? Das ist einfach: die Mücke-Übernahme. Weil uns die Reaktion unserer Mitglieder nicht überrascht hat. Es war ein Tabubruch, und es war zu 1.000% die richtige Entscheidung. Es war auch richtig, wie wir es gemacht haben. Was wir gelernt haben, ist, welchen Wert Kommunikation hat, wenn man sie deutlich intensiver betreibt. Das hätten wir von Anfang an besser machen können. Mücke war im Übrigen auch ein großes Invest, wenn auch nicht das größte, das die ANWR in den letzten Jahren getätigt hat. Und es war vor allen Dingen eines, das extrem erklärungsbedürftig war. Wer werden 2016 die Gewinner sein – und wer die Verlierer? Ich glaube, dass mittelfristig – nehmen wir mal als Horizont 2020 – die nächsten Schübe der Digitalisierungswelle nur überleben kann, wer in größeren Netzwerken kooperiert. Es wird kein Einzelhändler, den wir heute im Schuhbereich haben, dies alleine schaffen. Lassen wir dabei Deichmann außen vor – das ist eine andere Welt. Für alle anderen gilt: Kooperieren oder krepieren, das ist gültiger denn je. Wer das nicht kapiert, der wird es nicht schaffen. Das vollständige Interview mit Günter Althaus lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 5. Sie wollen diese Ausgabe als Einzelheft bestellen? Dann klicken Siehier.