Mir obliegt es bei diesen Veranstaltungen und Versammlungen, den Blick ein wenig nach vorn zu richten. Ich will das gern auch dieses Jahr tun, erwarten Sie allerdings keine Prognose für die nächsten 100 Jahre.
Denn die Frage, wie es weitergeht, ist schon schwer für das laufende oder das nächste Jahr zu beantworten. Und erst recht ist es natürlich schwierig, es für die Jahre darüber hinaus zu sagen. Immer, wenn ich mich dazu äußere – das haben Sie mir schon deutlich und oft zurückgemeldet – hat man den Eindruck, ich wäre der große Schwarzmaler der Branche, weil ich immer davon rede, wie anspruchsvoll das Ganze für uns wird. Das hat aber mit Schwarzmalerei nichts zu tun. Wenn man eine schwierige Herausforderung in einem sich verändernden Markt bewältigen will, muss man hochsensibel die Veränderungen beobachten, bewerten und ihnen dann entgegenwirken. Das ist die einzige Chance, in einem Entwicklungsumfeld, wie wir es gerade erleben, überhaupt bestehen zu können. Dazu gehört es eben auch, die Wahrheiten und die Entwicklungen schonungslos zu benennen. Es hilft uns nichts, wenn wir Wattebäuschchen drum herum packen.
Günter Althaus; „Beinharter Ausleseprozess steht bevor“
Was vor uns liegt, ist ein beinharter Ausleseprozess. Man muss man davon ausgehen, dass dieser Prozess locker zwischen drei und fünf Jahren dauern wird. Und man muss sich überlegen, mit welcher Strategie man durch diese Phase kommen und danach weiterhin erfolgreich sein kann. Man muss antizipieren, das heißt, Teile dieser Entwicklung, wenn möglich, vorwegnehmen, um besser gewappnet zu sein für das, was passiert.
Das gilt sowohl in Bezug auf die Positionierung des eigenen Unternehmens im Markt als auch mit Blick auf die Aufstellung des Unternehmens nach innen. Es ist wichtig, dass man die Geschäftsfelder, die das Unternehmen stützen, besonders hervorhebt, sie besonders schützt und besonders stärkt. Das kann, wie in unserem Haus, der eine oder andere Geschäftszweig sein, der besonders ertragreich ist, mit dem wir in der Lage sind, in den Kern zu investieren. Das kann in Ihrem Unternehmen vielleicht auch die eine oder andere Filiale sein, die besondere Bedeutung für die Ertragskraft hat. Oder ein besonderer kundenspezifischer Ansatz, den es beizubehalten gilt, auch wenn es draußen mal schwierig wird. Den man weiterhin mit Marketinginvestitionen stützen muss, auch wenn man gerade mal Kosten sparen sollte.