Die Messe Frankfurt ist global aktiv. Wo sehen Sie insbesondere Wachstumsmärkte?
Olaf Schmidt: Sehr viel in Bewegung ist nach wie vor in Asien. Hier sind wir mit wichtigen Messen aktiv, wie etwa der Intertextile Shanghai Apparel Fabrics mit fast 4.000 internationalen Ausstellern. Aber auch die Türkei ist ein enorm wichtiger Markt. Hier sind wir seit letztem November mit einer eigenen Texworld Istanbul am Markt präsent. Darüber hinaus ist auch Südamerika sehr spannend: Im Mai haben wir hier erstmals die Emitex in Buenos Aires veranstaltet und sind nun auch in Südamerika aktiv.
Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung Ihrer ‘grünen Messen’?
Olaf Schmidt: Extrem zufrieden. Seit Beginn unseres Engagements in Berlin gibt es nur eine Richtung in der Entwicklung unserer Messen: nach oben. Gerade die Bündelung von Greenshowroom und Ethical Fashion Show Berlin und der damit verbundene Umzug in den Postbahnhof haben beiden Messen nochmals einen enormen Schub verpasst. Vor allem das Segment Street- und Casualwear hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt: Wir haben im Januar 2012 mit 36 Labels begonnen. Inzwischen hat sich die Zahl nahezu vervierfacht. Und ich verspreche Ihnen: Das Wachstum wird sich fortschreiben.
Wird der Trend Nachhaltigkeit über- oder unterschätzt?
Auf unseren internationalen Messen nehmen wir Nachhaltigkeit nicht als kurzfristigen Trend wahr. Vielmehr sehen wir in diesem Themenfeld eine grundsätzliche Entwicklung, mit der sich die komplette Textil- und Modeindustrie auseinandersetzen muss. Wir bieten Textilmessen für alle Stufen der Wertschöpfungskette an und auf allen Veranstaltungen ist das Thema von großer Bedeutung: angefangen bei den Textilmaschinen, die immer ressourcenschonender und energiesparender arbeiten, bis hin zu neuen Materialien, die umwelt- und gesundheitsfreundlich sind.
Und was die sozialen Bedingungen in den Produktionsländern angeht, wissen wir natürlich alle, dass hier noch große Herausforderungen auf die Industrie warten, um die Situationen der Arbeiter entscheidend zu verbessern. Aufgrund der vielen Facetten von Nachhaltigkeit und der langen Wegstrecke, die noch zu gehen ist, räumen wir dem Thema auf unseren Messen einen großen Stellenwert ein. Wir schätzen uns glücklich, wenn wir die Aufmerksamkeit auf innovative Konzepte und Lösungen im Sinne der Nachhaltigkeit lenken können. Letztlich geht es auch darum, die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Waren beim Privatkonsumenten weiter zu erhöhen. Dass beispielsweise Eco-Fashion derzeit angesagt ist, sehen wir als große Chance, auch von Seiten des Endverbrauchers Dinge anzustoßen und voranzubringen.