Nach der Schließung des Outlets in Wiesbaden kündigen sich bereits weitere an: Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, stand zuletzt bei sechs Görtz-Filialen in Hamburg der Gerichtsvollzieher vor der Tür. Demnach liegen dem Landgericht Hamburg Räumungsklagen für die sechs Standorte gegen den Schuhhändler vor. Als Kläger werden die Eigentümergesellschaften der Immobilien genannt. So sollen an den Standorten in den vergangenen Monaten hohe Mietrückstände aufgelaufen sein.
Bereits vergangene Woche hatte ein Gerichtsvollzieher eine Lagerhalle in Norderstedt räumen lassen. Diese wurde von Görtz lange als Zentrallager gebraucht, aktuell soll die Atlant Logistik GmbH, die laut dem Hamburger Abendblatt zum Görtz-Firmengeflecht gehört, die Fläche nutzen. Auch bei der erfolgten Räumung standen Mietforderungen im Fokus; Schlösser wurden zur Waren- und Inventarsicherung ausgetauscht, die etwa 40 Beschäftigten wurden nach Hause geschickt.
Gegenüber schuhkurier erklärt Bolko Kissling, der seit 2023 Inhaber des Schuhunternehmens ist: „Wir geben Teile auf und mieten andere an.“ Entsprechend müssten die Mietpreise stimmen, was viele Gespräche mit Vermietern zur Folge habe. „Wir haben gerade acht neue Standorte eröffnet und betreiben diese mit unseren neuen Konzepten Lifestyle und Lounge.“
Bereits seit Monaten steht der Hamburger Schuhfilialist unter Druck. So beendeten Lieferanten die Zusammenarbeit, weil gelieferte Ware nicht bezahlt wurde. Görtz sah sich zuletzt Vorwürfen ausgesetzt, die vertraglichen Verpflichtungen nach der Übernahme mehrerer Filialen in Österreich nicht nachgekommen zu sein. Auch der Center-Vermieter ECE hat nach schuhkurier-Informationen 20 Görtz-Standorte gekündigt. Seit Juli ist außerdem der Görtz-Onlineshop nicht mehr aufrufbar.