Neben der Gesamtstimmung konnten auch die Indikatoren für die Konjunktur- und die Einkommenserwartung weiter zulegen. So steigt die Konjunkturerwartung der deutschen Verbraucher im Juli zum dritten Mal in Folge an: So weist der Indikator aktuell 4,3 Zähler auf. Das nur gering überdurchschnittliche Niveau deute darauf hin, dass die konjunkturelle Erholung der deutschen Wirtschaft eher zögerlich und nicht frei von Rückschlägen verlaufen dürfte.
Verbesserte Konjunkturaussichten ließen auch die Einkommenserwartung deutlich steigen. Nach einem Plus von 6,6 Punkten weist der Indikator nun 42,8 Zähler auf. Dies ist bereits der vierte Anstieg in Folge. Ein höherer Wert war zuletzt im Juni 2011 mit 44,6 Punkten gemessen worden. Grund für die positive Einschätzung der eigenen finanziellen Entwicklung ist laut GfK der stabile Arbeitsmarkt. Schließlich ist Deutschland das einzige Land in Europa, in dem die Arbeitslosigkeit, im Vergleich zu der Zeit vor der Krise im Jahr 2007, signifikant zurückgegangen ist. Als Folge hat sich die Einkommenssituation für viele Bundesbürger verbessert, was die Tarifabschlüsse der vergangenen Monate, die bei einem Plus von rund 3% liegen, bestätigen.
Von der insgesamt recht positiven Stimmung der Verbraucher konnte im Juli auch die Anschaffungsneigung profitieren. Dieser Indikator legte mit einem Plus von 4,2 Zählern noch einmal zu und erreicht einen Wert von 40,7 Punkten. Nach wie vor halten die Verbraucher es mehrheitlich für ratsam, größere Anschaffungen zu tätigen. Aufgrund der niedrigen Zinsen sei es für die Konsumenten momentan auch nicht sehr attraktiv, Geld zu sparen oder anzulegen, berichtet die GfK.
Da davon auszugehen sei, dass in diesem Jahr sowohl die Exportentwicklung wie auch die Investitionsneigung der Unternehmen eher verhalten ausfallen sein soll, komme dem Konsum eine umso wichtigere Rolle zu. „Damit behauptet der private Konsum seine wichtige Stellung als verlässliche Stütze der deutschen Konjunktur.“ Die GfK rechnet damit, dass der private Konsum 2013 real um etwa ein Prozent zunehmen wird.