Während die Anschaffungsneigung im November etwas zulegen kann, müssen sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung leichte Einbußen hinnehmen. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle GfK-Konsumklimastudie. „Unter den deutschen Verbrauchern lässt die gute Stimmung weiter nach. Der anhaltend starke Zustrom von Asylbewerbern lässt den Konjunkturoptimismus weiter schwinden. Davon bleibt die Einkommenserwartung nicht unbeeindruckt und muss ebenfalls Einbußen hinnehmen. Dagegen scheint die Konsumneigung diesen Tendenzen derzeit noch zu trotzen und legt entgegen dem generellen Trend sogar wieder zu“, schreiben die Experten.
Verbraucher befürchten konjunkturellen Abschwung
Der Abwärtstrend der Konjunkturerwartung findet auch im November dieses Jahres kein Ende. 69% derjenigen, die davon ausgehen, dass die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten steigen wird, sehen die Ursache in der Flüchtlingskrise und dem anhaltend starken Zustrom an Asylbewerbern. Dagegen spielen saisonale Effekte bzw. Witterung (16%), eine als schlechter empfundene Wirtschafts- bzw. Beschäftigungslage (jeweils 13%) sowie der VW-Skandal (3%) eine untergeordnete Rolle. Damit scheint die Konjunkturstimmung der Bürger derzeit deutlich pessimistischer zu sein, als sie sich in der Wirklichkeit darstellt oder von Experten beurteilt wird.
Dennoch legt die Anschaffungsneigung im November wieder zu. Wesentliche Treiber dieser hohen Konsumfreude sind die günstige Beschäftigung sowie die Einkommensentwicklung der privaten Haushalte. Zusätzlichen Auftrieb erhält die Kaufkraft durch die überaus niedrige Inflationsrate, die im Oktober bei 0,3% (September: 0,0%) lag.
Auswirkungen von Terroranschlägen ungewiss
Laut den Experten der GfK wird die weitere Entwicklung der Konsumstimmung unter anderem auch davon abhängen, wie die Verbraucher auf die Terroranschläge in Paris vom 13. November reagieren werden. In der November-Erhebung wurden mögliche Auswirkungen noch nicht berücksichtigt. „Sollte die Verunsicherung unter den Konsumenten aufgrund der Ereignisse in Paris und möglicher weiterer Anschläge oder Anschlagsversuche stark steigen und einige aus Sorge vor weiteren Anschlägen künftig Menschenansammlungen, wie beispielsweise in Fußgängerzonen, meiden, wird dies auch das Konsumklima belasten.“