Für September prognostiziert der Gesamtindikator 8,6 Punkte nach revidiert 8,9 Punkten im August. Die Eskalation der Situation im Irak, in Israel, der Ost-Ukraine sowie die sich schneller drehende Sanktionsspirale mit Russland haben laut GfK nun auch die bislang überaus optimistischen Konjunkturaussichten der Bundesbürger negativ beeinflusst. Die Verunsicherung im Hinblick auf die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland sei spürbar angestiegen.
“Die Verbraucher beziehen die verschärfte geopolitische Lage zunehmend stärker in ihre Beurteilung ein, wie sich die deutsche Konjunktur in den nächsten Monaten entwickeln wird. Der Indikator verliert 35,5 Punkte und stürzt auf 10,4 Zähler ab. Einen solch starken Einbruch innerhalb eines Monats gab es seit Beginn der Erhebung 1980 noch nicht. Damit hat die Konjunkturerwartung ihre Gewinne aus dem vergangenen Jahr fast komplett eingebüßt”, teilen die Experten der GfK mit.
Darüber hinaus deuten die ersten vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das BIP im zweiten Quartal darauf hin, dass vor allem schwächelnde Exporte und Investitionen dafür verantwortlich sind, dass die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal um 0,2% zurückging. Eine weitere Abschwächung der Konjunktur erwarten auch die deutschen Unternehmen, wie der aktuelle Ifo-Geschäftsklimaindex zeigt. Der Indikator ging zum vierten Mal in Folge zurück und erreicht den tiefsten Stand seit Juli 2013.
Bislang wirkt sich die einbrechende Konjunkturstimmung jedoch kaum auf die Konsumneigung aus. Offenbar orientieren sich die Konsumenten gegenwärtig eher an den stabilen Beschäftigungsverhältnissen sowie geringer Inflationsraten und Zinsen – und weniger an einem unsicher werdenden internationalen Umfeld. Der deutliche Anstieg der Sparneigung im August könnte jedoch ein erster Hinweis darauf sein, dass die Verbraucher künftig etwas vorsichtiger sein werden und damit die Impulse für die Konsumneigung etwas nachlassen könnten.