Die Bewertung ist das Ergebnis der sorgfältigen Prüfung des Konzepts durch den Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie, dem 25 Landes- und Branchenverbände mit rund 1.400 Unternehmen angehören. Dazu gehört auch der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L). „Wir können das neue Siegel nicht empfehlen. Es schafft mehr Siegelunklarheit als Siegelklarheit. Das vorgestellte Konzept aus dem Entwicklungsministerium (BMZ) wirft mehr Fragen auf als es Antworten gibt, beispielsweise was die Zulassungskriterien und die staatliche Kontrolle angeht. Wir können nicht zulassen, dass die international etablierten Siegel und Zertifizierungssysteme, in die unsere Unternehmen seit langem viel investieren, Schaden nehmen“, erklärte Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes Textil+Mode. Das wäre gerade für die Mittelständler, die in scharfer Konkurrenz zu den globalen Bekleidungsketten stehen, ein großer Schaden für ihre Glaubwürdigkeit – und damit auch für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Unter dem Dach des Gesamtverbandes der deutschen Textilindustrie seien rund 350 deutsche Modemarken organisiert, die für sehr gute Qualität, Werthaltigkeit und hervorragende Passform stehen. Sie produzieren nach weltweit höchsten Umwelt- und Sozialstandards. „Es macht für uns einfach keinen Sinn, ein nationales Siegel in einem globalen Markt zu haben“, so Ingeborg Neumann. „Der Grüne Knopf kann nicht halten, was versprochen wird.“
Über den „Grünen Knopf“
Der Grüne Knopf soll Verbraucherinnen eine ökologisch und sozial nachhaltige Produktion von Textilprodukten versprechen. Siegelgeber ist das BMZ, das die Kriterien und Bedingungen festlegt. Bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist eine Geschäftsstelle eingerichtet. Unabhängige Prüfer kontrollieren die Einhaltung der Kriterien. Die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) stellt verlässliche Prüfungen sicher. Bei erfolgreicher Zertifizierung wird das Siegel Grüner Knopf im Auftrag des BMZ vergeben.