Gero Furchheim löst den Niederländer Wijnand Jongen als Präsident von Ecommerce Europe ab. Künftig wird der Branchenexperte in seinen beiden Ämtern die Interessen sowohl der deutschen als auch europäischen E-Commerce-Unternehmen vertreten. Er hat sich klare Ziele gesetzt: „Meine Amtszeit möchte ich dem Ziel widmen, die Vollendung des europäischen Binnenmarkts voranzutreiben. Hier liegt noch enormes Wachstums- und Innovationspotenzial verborgen. Ich möchte dafür sorgen, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen die Chancen ausschöpfen können, die ihnen ein geeintes Europa verspricht. Dazu brauchen wir ein Europa, dass seine Regeln wirkungsvoll anwendet und für gleiche Spielregeln sorgt.“ Ein starker Verband, der aktiv sein Netzwerk erweitere und vertiefe, müsse Brücken zwischen der EU und den nationalen Ebenen bauen und die Zusammenarbeit mit Verbänden, Unternehmen und politischen Akteuren im Blick haben, so Furchheim.
Kleine und mittlere Unternehmen bilden laut dem Branchenverband BEVH das Rückgrat des europäischen E-Commerce und teilen sich mit großen Anbietern und Plattformen ein Ökosystem. Furchheim, der im Vorstand der Cairo AG sitzt, einem mittelständischen deutschen Handelsunternehmen, das grenzüberschreitend verkauft, will diese unternehmerische Perspektive in politische Diskussionen einbringen und sich für diejenigen einsetzen, deren Interessen oft ungehört bleiben. Drei Punkte stehen laut BEVH dabei besonders im Fokus:
1. Europa ist nicht machtlos gegen das Foulspiel von Plattformen aus Drittstaaten. Es braucht nicht noch mehr Gesetze, sondern Durchsetzungskraft, um einen fairen Wettbewerb zu garantieren.
2. Statt europäischer Einheit baut jedes der 27 EU-Länder seine eigenen bürokratischen Hürden auf. Gerade kleinere Einzelhändler verzichten deshalb oft auf die Möglichkeiten, die ihnen der Binnenmarkt bietet. Deswegen müssen wir ein Level Playing Field innerhalb der EU schaffen.
3. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich beim Einkaufen reibungslos zwischen digitalen und analogen Kanälen bewegen. Für den E-Commerce und stationären Handel sollten daher die gleichen Regeln gelten. Es darf nicht sein, dass der Gesetzgeber Verkaufskanäle diskriminiert.
„Die Wahl von Gero Furchheim ist eine großartige Nachricht für die Branche. Seine umfassende Erfahrung in der politischen Öffentlichkeitsarbeit, als Unternehmer im E-Commere und in der Verbandsführung, insbesondere als Präsident des BEVH in den vergangenen zehn Jahren, wird eine wertvolle Bereicherung sein, die Ecommerce Europe zu neuen Höhen führen wird. Ich freue mich darauf, eng mit ihm zusammenzuarbeiten und gemeinsam mit der Unterstützung des Brüsseler Sekretariats die Interessen unserer Branche zu vertreten, die aktiv und maßgeblich zur Entwicklung der europäischen Wirtschaft beiträgt“, erklärt Luca Cassetti, Generalsekretär von Ecommerce Europe.