„Wir sind zufrieden mit dem Kauf“, erklärte HBC-Chef Jerry Storch am 28. September in Köln. Vor einem Jahr hatte der kanadische Konzern Galeria Kaufhof für rund 2,8 Mrd. Euro von der Düsseldorfer Metro-Gruppe übernommen.
Für die Zukunft kündigten Jerry Storch und Kaufhof-CEO Olivier van den Bossche eine Service-Offensive an. So soll vor allem in Abteilungen mit hohem Beratungsbedarf das Personal aufgestockt werden. Dazu gehört auch das Segment Schuhe. So solle etwa in der Schuhabteilung von Kaufhof in Düsseldorf die Zahl der Mitarbeiter von aktuell acht auf 30 mehr als verdreifacht werden. Das Haus an der Königsallee wird derzeit als Pilotprojekt für 32 Mio. Euro umgebaut. Die Wiedereröffnung ist für Anfang November geplant. Hausintern seien zudem rund 80 Trainer mit Schulungen beschäftigt.
„Natürlich müssen wir so effizient wie möglich arbeiten“, so HBC-Chef Jerry Storch in Köln, „aber Kundenservice ist der Motor des Geschäfts.“ Er sei sicher, dass der Umsatz sich nur so dauerhaft steigern lasse und die deutsche Tochter auf diese Weise Marktanteile gewinnen werde.
Outlet-Konzept ’Saks Off 5th‘ kommt
Jerry Storch bekräftigte zudem in Köln die Absicht von HBC, in den kommenden fünf bis sieben Jahren eine Mrd. Euro in Deutschland zu investieren. So sollen zum einen die rund 100 Filialen von Kaufhof modernisiert werden. Zum anderen ist der Aufbau eines Filialnetzes des Outlet-Konzepts ’Saks Off 5th‘ geplant. Darüberhinaus soll die Verknüpfung der stationären Geschäfte mit dem Onlineshop vorangetrieben werden. „Indem wir in unsere Standorte investieren, bringen wir neue Marken in die Innenstadt und tragen dazu bei, dass sie interessant bleibt“, sagte Storch. Sorgen um die rückläufige Frequenz mache er sich nicht. Vielmehr würden die deutschen Städte im internationalen Vergleich gut da stehen, vielerorts sei es vermieden worden, großflächige Einkaufszentren auf der ’Grünen Wiese‘ zuzulassen.
Olivier van den Bossche plädierte dennoch dafür, die Beschränkungen bei der Sonntagsöffnung aufzuheben. Zumindest der in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche gesetzliche Rahmen müsse ausgeschöpft werden. Andernfalls drohe die Abwanderung der kaufkräftigen Kundschaft in Städte mit liberalen Regelungen wie Paris, Amsterdam, Brüssel oder Antwerpen – oder ins Internet. Denn diese, so Storch, habe immer geöffnet.