„Ein bisschen traurig und leer.“ So beschreiben Karen Häcker und Michael Treiber vom Label Industrierelikt die Atmosphäre im Capitol. Holger Schmies von Onomato spricht Klartext: „Aus Capitol-Sicht war die Messe eine Katastrophe.“
Lage, Lage, Lage. So lautet eine viel zitierte Handelsweisheit. Schließlich hängt der Geschäftserfolg in einem nicht unbeträchtlichen Maß vom Standort ab. Lässt das Umfeld zu wünschen übrig, kann der einzelne Händler kaum gegensteuern. Die Kunden wandern ab, so attraktiv sein individueller Auftritt auch sein mag.
Lage, Lage, Lage. Das gilt auch für Messen. Die ILM bildet hier keine Ausnahme. Nicht alle Hallen und Standorte sind gleichermaßen frequentiert und attraktiv. Mit Hinweisen und persönlicher Ansprache versuchten die Organisatoren zwar, die Besucher ins Capitol zu lotsen – weitestgehend erfolglos.
Schade. Denn ihre wenigen Kontakte und Gespräche bestätigten den Ausstellern, dass ihr Schritt auf die ILM nicht grundsätzlich falsch war. Die richtige Zielgruppe war vor Ort, hatte sie aber gar nicht erst wahrgenommen. Dafür lässt sich der Veranstalter jedoch nur bedingt verantwortlich machen. Die Einkäufer entscheiden immer noch für sich selbst, wie sie ihren Messeaufenthalt nutzen. Und in Offenbach genießt die Order bei den Stammlieferanten Priorität. Die Suche nach frischen Marken, mit denen sich ein Sortiment individualisieren lässt, spielt eine untergeordnete Rolle. Unabhängig vom Capitol erweist sich die ILM daher schon immer als ein schwieriges Pflaster für unbekannte Neuaussteller.
Mit der Order sind die Einkäufer zugegebenermaßen ziemlich ausgelastet. Und dennoch: Für einen kurzen Rundgang durch das Capitol wäre immer Luft gewesen. Die schwache Frequenz im Capitol ist daher auch ein Indiz für fehlendes Interesse und mangelnde Aufgeschlossenheit der Einkäufer für Neuheiten.