Dass das Tempo der Innovation auch im Handel rasant zunimmt, steht fest. In welchen Details und welcher Ausprägung – das wird, wie immer, ganz allein der Kunde entscheiden.
05.01.2016
Petra Salewski
2 Minuten
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Das neue Paar Schuhe wird nicht mehr aus dem Regal des Schuhgeschäfts gegriffen, auch nicht im Onlineshop angeklickt und per Paketbote gebracht, sondern einfach selbst ausgedruckt. Wer doch mal einkaufen geht, etwa ein neues Outfit, schaut sich das Sortiment des Geschäfts erst einmal auf einem Touchscreen an und stellt sich seine Auswahl über Gesten zusammen. Wenige Sekunden später öffnet sich eine Schublade mit den gewählten Produkten. Nur anziehen muss man sie nach aktuellem Stand noch selbst, wenn man Material und Passform wirklich prüfen will. Aber wer weiß… Vielleicht eröffnet die Virtual Reality hier bald völlig neue Möglichkeiten.
Es sind schon beeindruckende, teils auch beängstigende Szenarien, die Trend- und Zukunftsforscher uns eröffnen. Viele Menschen dürften die Dimensionen der Veränderung als inspirierend empfinden. Anderen aber machen sie Angst, vor allem dann, wenn ihre Risiken und Grenzen nicht eindeutig erkennbar sind – und auch nicht genau ersichtlich ist, wie damit Geld zu verdienen ist. Und so scheiden sich hier die Geister. Es gibt viele, die gar nicht schnell genug die Zukunft in die Gegenwart holen können. Und es gibt jene, die nicht glauben wollen, was da auf uns zukommt – und die Dinge lieber lassen würden, wie sie sind. Beide haben Unrecht.
An der Schwelle
Unsere Branche befindet sich an der – virtuellen – Schwelle zwischen alt und neu, traditionell und modern, gestern und morgen. Sportartikel- und Lifestyleanbieter experimentieren intensiv mit 3D-Druck. Das vollständig individualisierte High-Tech-Produkt ist zum Greifen nah. Multichannel gehört im Handel inzwischen zu den Must-haves. Zu den wirklichen Innovationen gehören Roboter, die ein gewünschtes Schuhmodell aus dem Lager holen und zum Kunden bringen. Viele dieser Ansätze aus Industrie und Handel stellen wir in der ersten Ausgabe des Jahres 2016 ab Seite 14 vor – eine spannende Reise in eine Zukunft, die gar nicht mehr weit entfernt ist. Der Weg zur Innovation birgt aber seine Tücken. Denn schnell wird vergessen, dass es bei allen technischen Finessen, allen auch noch so futuristischen Gedankenspielen immer nur um eines gehen sollte: den Kunden und seine Bedürfnisse, seine Zufriedenheit, seine Treue. Eine Innovation um ihrer selbst willen dürfte schnell in ihrer Wirkung verpuffen. Sie ist vielleicht für kurze Zeit spannend, überwiegend aber irritiert und überfordert sie. „Ihre Einbindung und inhaltliche Relevanz ist entscheidend“, sagt der Visual Merchandising Experte René Tilly von Mavis. „Nur dort, wo sie unterstützend wirkt und die ganzheitliche Customer Journey aus Sicht des Kunden verbessert, macht die Implementierung Sinn.“
Dass das Tempo der Innovation in allen Lebensbereichen, auch im Handel, rasant zunimmt, steht fest. Die Frage ist, in welchen Details und in welcher Ausprägung. Das wird – wie immer – ganz allein der Kunde entscheiden.