Erneut gab es große Unterschiede in Bezug auf die drei Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie Anschaffungsneigung: Während Deutschland und Frankreich Höchststände verzeichneten, kühlte sich die Verbraucherlaune in einigen osteuropäischen Staaten wie Polen und Tschechien etwas ab. GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl: „Auffällig in diesem zweiten Quartal war unter anderem der ’Macron-Effekt‘ in Frankreich, der die Stimmung der Franzosen deutlich beflügelt hat. Die britischen Verbraucher blicken offenbar mit Skepsis auf die Brexit-Verhandlungen, was sich in schwachen Indikatoren widerspiegelt. Zu den Gewinnern in diesem Quartal zählen unter anderem Spanien und Portugal, wo die Verbraucher aufgrund der sich weiter erholenden Wirtschaft wieder zuversichtlicher gestimmt sind.“
Deutschland: Konjunkturerwartung auf Drei-Jahres-Hoch
Die Konjunkturerwartung der deutschen Verbraucher ist im zweiten Quartal dieses Jahres auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Der Indikator erreichte Ende Juni 41,3 Punkte. Zuletzt wurde im Juli 2014 mit 45,9 Zählern ein höherer Wert gemessen. Allen Risiken zum Trotz – wie mögliche Handelsbeschränkungen der US-Regierung und die beginnenden Brexit-Verhandlungen – ist der Konjunkturoptimismus der Deutschen weiterhin ungebrochen. Dank sehr guter Aussichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt legte auch die Einkommenserwartung im Juni weiter zu. Mit einem kräftigen Anstieg von 16,8 Zählern gegenüber Ende März kletterte der Indikator mit 60,2 Punkten auf einen neuen Höchststand seit der deutschen Wiedervereinigung. Noch nie wurde seit Beginn der Erhebung in Gesamtdeutschland im Jahr 1991 ein besserer Wert gemessen. Auch die Anschaffungsneigung der Deutschen hat ihr exzellentes Niveau behauptet. Der Indikator legte 2,4 Zähler gegenüber dem Ende des vorherigen Quartals bzw. 3,5 Zähler im Vergleich zum Stand vor einem Jahr zu und wies Ende Juni 57,9 Punkte auf. Der überaus stabile Arbeitsmarkt ist der wesentliche Grund für die sehr gute Konsumneigung.