Mitte Februar hatten mehrere Industrieverbände und Gewerkschaften in Brüssel gegen das Vorhaben der Europäischen Kommission protestiert, China den so genannten Marktwirtschaftsstatus zu verleihen. Damit würden wirksame Antidumpingmaßnahmen künftig unmöglich.
„Chinas Regierung finanziert Dumpingexporte nach Europa mit Milliardenbeträgen. Die Waren werden unter Herstellkosten verkauft, um Wettbewerber aus dem Markt zu drängen. In der EU hat das bereits hunderttausende Arbeitsplätze gekostet. Aktuell stehen zigtausende Stahlarbeitsplätze auf dem Spiel. Nach Stahl, Aluminium, und Solar kommen dann bald Chemie, Keramik, Maschinenbau und die Automobilindustrie, wenn Chinas Dumping kein Einhalt geboten wird", so Milan Nitzschke, Sprecher der Initiative AEGIS Europe. Rund drei Viertel aller Antidumpingmaßnahmen der EU richten sich gegen gedumpte Importe aus China. Daher sei es absurd, dass die EU-Kommission vorbereitet, in diesem Jahr China handelsrechtlich den Marktwirtschaftsstatus zu gewähren. Über drei Millionen Arbeitsplätze in der EU und Investitionen in Milliardenhöhe stünden auf dem Spiel.
Annarita Pilotti, Präsidentin des italienischen Schuhherstellerverbands Assocalzaturifici, schloss sich der Kritik an: „Wie kann man der größten Planwirtschaft der Welt den Marktwirtschaftsstatus verleihen und damit Millionen europäischer Jobs riskieren?"