Dr. Alfred Haar von der Unternehmensberatung Hachmeister & Partner schilderte zum Auftakt, wie sich Märkte bis zum Jahr 2020 entwickeln, welche Bedürfnisse Kunden haben und mit welchen Strategien Händler dem begegnen sollten. Keinen Zweifel ließ der Experte daran, dass Schuhhändler die Möglichkeit nutzen sollten, mit textilen Sortimenten zu experimentieren. Zudem hält Haar es für unverzichtbar, Multichannel-Ansätze zu realiseren – wobei es allerdings nicht darum gehe, einen Onlineshop zu installieren. Wohl aber müsse der stationäre Handel daran arbeiten, seine Prozesse und Serviceleistungen gegenüber den Online Pure Playern konkurrenzfähig zu gestalten. Als wichtiges Thema erachtet Haar zudem die Regalverlängerung, bei der das Verkaufspersonal, wenn nötig, auch Zugriff auf die Lagerbestände eines Herstellers hat. Überhaupt komme dem Verkaufspersonal in Zukunft eine völlig neue Rolle zu, so Dr. Haar. Wichtig sind für den Experten auch sorgfältig genutzte Kundendaten und Strategien für den zunehmend spürbaren Trend, den Einkauf auch zunehmend über mobile Endgeräte zu realisieren.
Wohin sich Trends im Schuh- und Modemarkt entwickeln werden, schilderte Svenja Lambertz vom Institut für Handelsforschung in Köln. Sie stellte klar, dass die Diskussion über die Notwendigkeit von Cross-Channel-Ansätzen nicht nur nutz- und sinnlos sei, sondern teilweise gar ignorant geführt werde. In der Kombination von Schuh und Mode liege, so die Referentin, viel Potenziel, das aber auch multimedial dargestellt und mit den entsprechenden Services angereichert werden müsse. Lambertz brachte Beispiele vor allem aus dem Textilbereich bei, die emotionale Ansätze des “Outfit-Angebots” auch online spielen.
Wie Etos-Kunden sich technisch für die anstehenden Herausforderungen rüsten können, erklärten Jörg Frommann und Rolf Oppitz von Etos. So gibt es für den Verkaufsprozess inzwischen zahlreiche Tools, mit denen dem Verbraucher ein besserer, modernerer und schnellerer Service geboten werden kann. Thorsten Fritsch schilderte im Anschluss die erweiterten Möglichkeiten, die Kunden im kommenden Jahr mit der Erix-Marktdatenbank zur Verfügung stehen. Künftig sollen auch individuelle Auswertungen tagesaktuell möglich sein; außerdem Vergleiche der eigenen Zahlen mit denen des Gesamtmarktes. Die Anzeige von Tagesnachrichten auch auf mobilen Webgeräten soll ebenfalls zeitnah möglich sein.
Wie ein Warenhauskonzern den Erlebniseinkauf Schuhe inszeniert, schilderte Franziska Prüger, Category Brand Manager für Herren- und Freizeitschuhe von Galerina Kaufhof. Das Unternehmen betreibt inzwischen einen 360 Grad-Ansatz, um Kunden jederzeit multimedial anzusprechen. Monatlich werden neue Warenbilder auf so genannten Fokuspunkten präsentiert. Bei Marketingaktionen am Point of Sale sowie in Prospekten spielt Galeria Kaufhof mit dem Outfit-Gedanken. Alle Verkäufer/innen wurden in der Bedienung von Tablets geschult; diese sind inzwischen fester Bestandteil im Verkaufsgespräch. Regalverlängerung im Schuhbereich ist angedacht; auch personalisierte Newsletter sollen in absehbarer Zeit zum Service des Hauses gehören. Der neue Eigner, Hudson’s Bay, ist nach den Worten Prügers sehr interessiert daran, gerade auch die Online-Services des Warenhauskonzerns auszubauen.
Rund 28 Unternehmen aus der Schuhbranche gehören derzeit zur Gruppe der Schlüsselkunden von Etos und Seithe & Partner. Mit diesen Unternehmen besteht ein besonders enger Kontakt und wird regelmäßiger Austausch betrieben, um gemeinsam technische Entwicklungen voranzutreiben.
Alle Details zum Schlüsselkundentag lesen Sie in schuhkurier Ausgabe 47.
Alle Fakten zum Serviceangebot von Etos und Seithe & Partner werden in schuhkurier Ausgabe 48, Schwerpunkt Handelsprozesse, dargestellt.