„Bei den Einzelhandelsmieten zeigt sich ein deutliches Wachstum im Geschäftskern“, stellt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands IVD, fest. „Die Entwicklungen sind in den mittleren und großen Städten sehr positiv und bestätigen die hohe Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien. Vor allem mittelgroße Städte ziehen wieder deutlich mehr Unternehmen an, weil auch hier die Wirtschaftskraft stark wächst und die Städte einen Zuzug verzeichnen können. In kleineren Städten mit weniger als 50.000 Einwohnern fehlt hingegen das Einkaufserlebnis, das Ballungszentren in ihren Innenstädten bieten können.“
In Großstädten mit mehr als 300.000 Einwohnern verzeichnen ubsgesamt einen Anstieg der Mieten. Das betrifft sowohl A-Lagen, die ein Wachstum der Mieten um 0,7% verzeichnen können, als auch B-Lagen, deren Mieten sogar um 3,89% angestiegen sind. In mittleren Städten haben die Mieten in den Top-Lagen zwischen zwei und drei Prozent zugelegt, während die angrenzenden Standorte kaum oder nur geringe Mietanstiege verzeichnen können. In Städten, die weniger als 50.000 Einwohner haben, hat sich indes das Mietniveau verringert.
München mit den höchsten Mieten, Dresden mit dem stärksten Anstieg
Die höchsten Einzelhandelsmieten werden nach wie vor mit großem Abstand in München gezahlt. Mit 365 Euro pro Quadratmeter liegt die Spitzenmiete 57 Euro über dem Niveau von Frankfurt am Main mit 308 Euro pro Quadratmeter. Dass beide Städte keine bzw. kaum Veränderung zum Vorjahr aufweisen ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Top-Lagen im Geschäftskern größtenteils stabil sind und kaum Veränderungen erfahren. Auch die Spitzenmieten in Berlin, Düsseldorf oder Hamburg haben sich nur geringfügig verändert. Bei den Schwerpunktmieten (die am häufigsten anzutreffenden Mieten) verzeichnen Dresden und Düsseldorf insgesamt die höchsten Anstiege mit 10 beziehungsweise 7,14% auf Schwerpunktmieten von 55 beziehungsweise 150 Euro pro Quadratmeter. Berlin und Dortmund liegen in dieser Kategorie mit 120 Euro pro Quadratmeter auf einem gehobenen mittleren Platz.
Zwischen den Ladenmieten in 1A- und 1B-Lagen der deutschen Großstädte zeigen sich weiterhin deutliche Unterschiede. Der Grund dafür liegt vor allem in den hohen Preisniveaus, die in A-Lagen nicht mehr für jedes Unternehmen bezahlbar sind. "Es findet eine Ausweichbewegung hin zu den B-Lagen statt.
„B-Lagen sind auch bei den Kunden immer begehrter, da sich hier vor allem spezialisierte Modeanbieter, Lebensmittelhändler sowie Gastronomiekonzepte ansiedeln“, so Schick.
In B- und C-Städten sind laut IVD bei den Ladenmieten ebenfalls Anstiege zu verzeichnen. Dresden, Leipzig, Bremen und Nürnberg zeigen hier einen deutlichen Anstieg der Mieten in Top-Lagen in der Höhe von jeweils 10%, 4,55%, 5,88% und 5,26%, was auf einen Zuwachs an Einzelhandelsunternehmen in den Spitzenlagen der mittleren Städte zurückzuführen ist. In Dresden steht dieser Entwicklung ein ebenso hohes Absinken der Mieten in B-Lagen gegenüber (minus 10%).