Mehr als 37.000 Ladendiebstähle wurden im vergangenen Jahr in Bayern angezeigt. Dies ist eine Zunahme um 1,2%. „Die Zahlen der Polizei sind nur die Spitze des Eisberges. Denn nur jeder zehnte Dieb wird überhaupt entdeckt und angezeigt. Ladendiebstahl ist ein Riesenproblem für den Handel“, sagt Ohlmann. Geklaut werden insbesondere Artikel, die klein und teuer sind. Bei den Ladendieben besonders begehrt sind z.B. Rasierklingen, Parfüm, Kosmetik und Bekleidung.
Gewaltbereitschaft der Täter steigt
Neben den Gelegenheitsdieben sind professionell agierende Täter und organisierte Banden aus dem osteuropäischen Raum das Hauptproblem für den Handel, so Ohlmann. „Die Täter werden immer dreister und sind hochaggressiv. Die Gewaltbereitschaft steigt und Übergriffe von ertappten Ladendieben auf Detektive oder Personal nehmen zu. Das macht dem Handel große Sorgen.“
Diebe werden immer raffinierter
Die Methoden der Ladendiebe sind immer raffinerter geworden. So werden z.B. Sicherheitssysteme am Ausgang mit verschiedenen Mitteln ausgetrickst, Taschen mit doppeltem Boden verwendet oder auch präparierte Kinderwägen beim Diebstahl eingesetzt. Damit die Sicherheitsvorkehrungen des Handels nicht überlistet werden können, investiert die Branche jedes Jahr rund 165 Mio. Euro in die Prävention. Neben Mitarbeiterschulungen sind dies der Einsatz von Detektiven und Sicherheitspersonal, die Videoüberwachung der Verkaufsräume und moderne Technik.
Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt
Mit Blick auf den Millionenschaden durch unehrliche Kunden ist der Handel entschieden gegen alle Bestrebungen zur Entkriminalisierung des Ladendiebstahls. „Wir brauchen eine konsequente Ahndung der Delikte und konsequente repressive Maßnahmen der Justiz. Potentielle Täter müssen durch die Androhung harter Strafen abgeschreckt werden“, erklärt Ohlmann. Außerdem fordert der Handel im Kampf gegen Ladendiebe u.a. eine längere Speicherdauer für Aufnahmen durch Videoüberwachung und ein webbasiertes Verfahren zur Anzeigenaufnehme (E-Anzeige).
Zahl der Ladendiebstähle nach Regierungsbezirken
Oberbayern: 13.393 (+0,8%) (davon in München: 8.077 (+4,4%)
Mittelfranken: 7.721 (+6,1%)
Schwaben: 4.402 (-1,6%)
Unterfranken: 3.332 (+ 6,0%)
Oberpfalz: 3.152 (-8,8%)
Niederbayern: 2.512 (-1,3%)
Oberfranken: 2.537 (+4,1%)
Quelle: Bayerisches Landeskriminalamt