Aus Sicht der Arbeitgebervertreter vom Handelsverband Bayern (HBE) liegen die Gewerkschaftsforderungen nach einer Anhebung der Löhne und Gehälter um 5,5%, mindestens aber um 140 Euro, „weit jenseits der Realität im Einzelhandel“. HBE-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Aigner: „Mit solchen weltfremden Forderungen gefährdet man Arbeitsplätze. Was wir im Einzelhandel brauchen, ist ein maßvoller Abschluss.“ Man habe Verdi bereits in der ersten Verhandlungsrunde ein vernünftiges und faires Angebot vorgelegt, das einen Reallohnzuwachs und Beschäftigung sichere.
Arbeitgeber kritisieren Warnstreiks
Bei den Verhandlungen machten die Arbeitgeber ihrem Ärger und Unmut über die Warnstreiks schon nach der 1. Tarifrunde Luft. „Entgegen ihrer eigenen Ankündigung will die Gewerkschaft offenbar doch keinen raschen Kompromiss“, sagt Aigner. Jetzt schon die Streikkarte zu ziehen, sei völlig überzogen und sorge nur für eine unnötige Verhärtung der Fronten. „Verdi gießt damit ohne jeden Grund Öl ins Feuer.“
Die Tarifverhandlungen für die 330.000 Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel werden sollen am 17. Juli 2015 fortgesetzt werden.