Nach wie vor beschäftigt der Einzelhandel in Deutschland eine hohe Summe an Arbeitskräften. So geht aus aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Handelsverbands Deutschland (HDE) hervor, dass im Jahr 2023 über 3,1 Mio. Menschen im Einzelhandel beschäftigt waren. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Beschäftigten leicht zurückgegangen, um etwa 17.000 bzw. 0,5%. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 ist die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel allerdings um 8.500 bzw. 0,4% gestiegen.
„Die über einen so langen Zeitraum stabile Beschäftigungssituation im Einzelhandel ist keine Selbstverständlichkeit“, so Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit und Soziales. „Diese Stabilität trotz multipler globaler Krisen und Kaufzurückhaltung zu erreichen, ist eine große unternehmerische Leistung der Handelsunternehmen.“
Dennoch habe der Einzelhandel auch unter Fachkräftemangel zu leiden. So lag die Zahl der Fachkräftelücken in der Branche zum Ende 2023 bei 120.000 Arbeitsplätzen. Für diese Plätze konnten die Unternehmen kein geeignetes Personal finden. Dadurch, so Haarke, könnte das Wachstum des deutschen Einzelhandels ins Stocken geraten.
Vor allem den Staat sieht Haarke in der Verantwortung, besonders wenn es darum geht, Familie und Beruf zu vereinbaren. „Die Gründe für die Fachkräftelücke sind vielschichtig und müssen von der Politik jetzt dringend entschieden in Angriff genommen werden. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die Kinderbetreuung an allen Werktagen nach 17 Uhr inklusive der Samstage noch immer nicht der Standard in Deutschland ist.“ Neben steuerlichen Anreizen müsse auch die Beschäftigung von Älteren und Menschen mit Behinderung weiter thematisiert werden. Auch die duale Ausbildung müsse mehr gesellschaftliche Anerkennung erhalten.