„Wir halten es für richtig, dass Deutschland sich in Sachen Sozial- und Umweltverantwortung ehrgeizige Ziele setzt und eine Vorreiterrolle einnimmt“, erklärte Jens Nagel, Hauptgeschäftsführer der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V. (AVE). Deutsche Einzelhändler und Importunternehmen leisten schon jetzt freiwillig einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Sozialstandards. „Mit dem Plan wird sich die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren weiter verbessern. Schon die nicht immer leichten Verhandlungen haben gezeigt, dass tragfähige Kompromisse möglich sind“, so Nagel. „Dass der NAP noch in diesem Jahr verabschiedet werden konnte, ist gleichzeitig ein wichtiges Signal für eine erfolgreiche deutsche G20-Präsidentschaft.“
Der NAP war seit 2014 unter Federführung des Auswärtigen Amtes entwickelt worden. In einer Reihe von Anhörungen und Arbeitsgruppen hatten u.a. Wirtschaftsunternehmen, Verbände – darunter auch die AVE – Gewerkschaften, NGOs und Wissenschaftler die Eckpunkte erarbeitet, die nun im Plan festgelegt sind. Dazu zählen etwa Verfahren zur Ermittlung von Menschenrechtsverletzungen, Maßnahmen und eine Wirksamkeitskontrolle zur Einhaltung menschenrechtlicher Standards sowie eine transparente Berichterstattung und ein Beschwerdemechanismus.
Einen weiteren wichtigen Fortschritt sieht Nagel im Thema Politikkohärenz. „Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen ist der Dschungel an verschiedenen CSR-Systemen häufig schwer zu überblicken“, so der AVE-Hauptgeschäftsführer. „Der NAP schafft einen einheitlichen Rahmen, an dem sich Unternehmen künftig orientieren können.“ So sieht der Aktionsplan u.a. vor, einen interministeriellen Ausschuss einzurichten, der auch auf politischer Ebene die verschiedenen CSR-Aktivitäten der Ressorts koordiniert. „Wichtig für die Unternehmen ist, dass sie bei der Einschätzung von menschenrechtlichen Risiken Hilfestellung erhalten. Der NAP sieht hierfür ein breites Angebot an Unterstützungsstellen und Informationsangeboten vor, das möglichst schnell implementiert werden muss“, so Nagel.