Treiber ist diesmal der Multichannel-Handel, der den Abstand zu den Online-Marktplätzen verkürzt. Für das Jahr 2014 rechnet der Verband weiterhin mit einem größeren Wachstum als im gesamten Einzelhandel. Von Juli bis September 2014 erzielte die Branche der Online- und Versandhändler einen Umsatz von rund 11,9 Mrd. Euro (3. Quartal 2013: 11,6 Mrd. Euro). 9,8 Mrd. Euro wurden online bestellt, was einem Anteil von 82,2% entspricht.
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz bei gewohnt starken Warengruppen wie Bekleidung (2.813 Mio. Euro; + 2,5%) und Unterhaltungselektronik (1.213 Mio. Euro; +23,6%). Obwohl nach wie vor unter den drei stärksten Warengruppen, geht der Umsatz mit Büchern weiter zurück (1.018 Mio. Euro, -21,7%). Analysiert nach Versendertypen fällt der größte Umsatzanteil mit 5.272 Mio. Euro zwar nach wie vor auf die Onlinemarktplätze – jedoch mit rückläufiger Entwicklung. Die Multi-Channel-Versender konnten weiter deutlich aufholen und erwirtschafteten 4.393 Mio. Euro (+27,2%). Lagen im letzten Jahr die Umsätze der Onlinemarktplätze immer deutlich vor denen der Multichannelversender, so nähern sich die Kanäle jetzt immer weiter an. Der Verband geht davon aus, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzen wird. Schon im kommenden Jahr könnten die Onlinemarktplätze demnach ihre Vormachtstellung im B2C-Geschäft einbüßen.
Das deutlich gedämpfte Konsumklima im Jahresverlauf bekam auch die Branche des Interaktiven Handels zu spüren. Der bevh sieht in seiner aktualisierten Jahresprognose für 2014 nur noch ein einstelliges Wachstum, das jedoch über dem Wachstum des Einzelhandels insgesamt liegen wird. „Der Interaktive Handel hat sich einen so hohen Anteil am Einzelhandel erarbeitet, dass konjunkturelle Schwankungen das langfristige Wachstum überlagern. Zweistellige Wachstumsraten sind weiter machbar, wie die Multi-Channel-Versender im 3. Quartal gezeigt haben. Über den Grad des weiteren Wachstums entscheidet neben dem konjunkturellen Umfeld vor allem, wann neue Angebote bislang wenig versandhandelsaffiner Branchen wie Lebensmittel und Möbel breite Konsumentenschichten überzeugen“, so Gero Furchheim, Präsident des bevh.