Im dritten Quartal 2025 haben Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland Waren im Wert von 17.960 Mio. Euro online bestellt. Das entspricht einem Plus von 2,8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Q3 2024: 17.475 Mio. Euro). Damit bleibt der Onlinehandel auch in einem insgesamt schwachen Konsumumfeld auf Wachstumskurs. „Zwar ist das Wachstum gegenüber dem zweiten Quartal um einen Prozentpunkt zurückgegangen. Doch angesichts einer sinkenden Anschaffungsneigung ist dies ein robustes Ergebnis,“ kommentiert Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh).
Den stärksten Zuwachs verzeichneten erneut die Güter des täglichen Bedarfs: Mit einem Plus von 8,1 % kletterte der Umsatz auf 2.196 Mio. Euro. Besonders gefragt waren Drogerie- und Parfümerieprodukte, die um 11,1 % zulegten. Auch der Onlineverkauf von Medikamenten stieg deutlich – plus 8,6 % auf 474 Mio. Euro. „E-Commerce wächst gerade in den Kategorien, bei denen noch eine hohe Dichte an stationären Verkaufspunkten besteht. Das zeigt, dass die Verbraucher den Onlinehandel als gleichwertigen Versorger bei allen Produkten betrachten, die sie regelmäßig für den Lebensunterhalt benötigen,” so Groß-Albenhausen weiter. „Verbote für bestimmte Kategorien, wie zuletzt erneut für verschreibungspflichtige Arzneimittel ins Gespräch gebracht, gehen völlig an dieser Realität vorbei.“
Ein deutliches Wachstum verzeichnete auch der Re-Commerce-Sektor: Der Umsatz mit gebrauchten Waren stieg im dritten Quartal um 27,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 28,9 %. Auch Anbieter aus Asien gewinnen weiter Marktanteile. Ihr Umsatz wuchs im dritten Quartal um sieben Prozent – mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt. Ihr Anteil am gesamten E-Commerce-Volumen liegt mittlerweile bei 4,9 %.
Online-Marktplätze konnten ihren Marktanteil weiter ausbauen. Mit einem Umsatz von 9.785 Mio. Euro legten sie um 4,8 % zu und erreichten einen Anteil von 54,4 % am Gesamtmarkt. Unabhängige Onlinehändler (Pureplayer) mussten hingegen leichte Rückgänge hinnehmen. Auch digitale Services wie Tickets, Reisen und Erlebnisse konnten zulegen. In den Sommermonaten stieg der Umsatz in dieser Kategorie um 8,1 % auf 3.621 Mio. Euro.