Die Messelandschaft ist in Bewegung – diese Erkenntnis gilt nicht nur für die Schuhveranstaltungen, sondern ebenso für die Leder- und Materialmesse. Nach der Vorverlegung der Lineapelle und dem erfolgreichen Neustart der international wichtigsten Ledermesse in Mailand gab es Befürchtungen, die Cuir à Paris könnte unter dieser Entwicklung leiden. Dass diese Ängste unbegründet waren, zeigte sich vom 16. bis 18. September: Das Ausstellungsgelände Parc des Expositions im Pariser Norden war gut besucht.
Insgesamt 432 Aussteller aus 23 Ländern präsentierten sich auf der ersten Cuir à Paris unter dem Dach des Messeveranstalters Première Vision. Im Vorjahr waren es noch 449 Unternehmen. Über 50% der Aussteller kommen weiterhin aus Italien. „Vor allem der zweite Messetag war sehr gut besucht“, berichtete Mayouri Sengchanh vom deutschen Büro der Première Vision. Die Anziehungskraft der Messe sei weiterhin hoch, vor allem profitiere die Cuir à Paris durch die einzigartige Verbindung mit den zeitgleich stattfindenden Messen wie Modamont, Expofil und Zoom. „Die Besucher haben hier die Gelegenheit, sich einen Überblick über die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Leder, Garne, Textilien und Accessoires zu verschaffen“, so Mayouri Sengchanh.
Auch die Aussteller waren mit dem Verlauf der Messe zufrieden. „Wir haben in Mailand gut gearbeitet und hier ebenso“, sagte Michael Jakobs vom gleichnamigen Unternehmen gegenüber schuhkurier. Aufgrund der Anbindung der Cuir à Paris an die weiteren Messen habe man ein anderes Publikum als auf der Lineapelle erreichen können. Darüber hinaus sei der Anteil der Kunden aus Nordeuropa in Paris höher. Ein Gesprächsthema auf der Cuir à Paris war die Entwicklung der Lederpreise. Nach einem kräftigen Anstieg haben sich diese zur Jahresmitte auf hohem Niveau stabilisiert. Michael Jakobs rechnet jedoch mit einer weiterhin steigenden Tendenz. Hintergrund sei die geringere Verfügbarkeit bei gleichzeitig wachsender Nachfrage. „In den Ländern, aus denen die gute Rohware kommt, gehen die Schlachtungen in Folge des sinkenden Fleischkonsums zurück. Minderwertige Rohware gibt es dagegen genügend – aber wer will schon schlechte Qualität kaufen?“