Besonders erfolgreich waren die Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte: Im ersten Halbjahr lag das Plus noch bei +5,7%, während im 2. Halbjahr der Umsatz für die deutsche Schuhindustrie um +12,1% anstieg. Der Inlandsumsatz stieg um +12,9% auf 1,915 Mrd. Euro in 2014, während der Auslandsumsatz gegenüber dem Vorjahr jedoch um 2,4% abnahm. Der Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz in 2014 sank somit um 2,8 Prozentpunkte auf 23,9%.
Die Kapazitätsauslastung in der deutschen Schuhindustrie blieb in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres auf dem Niveau des Vorjahres bei knapp 90%. Zum Jahresende hin fiel die Auslastung auf 85%. Für 2014 wertet die amtliche Statistik 39 Unternehmen der Schuhindustrie aus. Im Vorjahr wurden in den Auswertungen der amtlichen Statistik noch 41 Unternehmen berücksichtigt. Der Rückgang hängt laut dem HDS/L mit den Vorgaben der amtlichen statistischen Erhebungen zusammen. Insgesamt bestehen in Deutschland weiterhin rund 80 Fertigungsbetriebe aller Größenordnungen in der Schuhindustrie, die jedoch nicht alle in der amtlichen Statistik erfasst werden.
Laut dem HDS/L sind die Erwartungen der Schuhhersteller an die kommenden Monate eher zurückhaltend: „Zwar hat vor allem das milde Winterwetter dazu geführt, dass sich die Abverkäufe des Schuhhandels schwach entwickelten. Insofern ist eine Zurückhaltung des Schuhfachhandels für die anstehenden Orderrunden zu erwarten. Die Spannungen und ungelösten Krisen im Ausland, insbesondere in Russland und in der Ukraine, sorgen zudem für Unsicherheit seitens der Industrie. Allerdings sind die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gut. Nicht nur in der Schuhindustrie, sondern auch in der gesamten deutschen Wirtschaft erreicht die Beschäftigung einen hohen Stand. Auch jüngste Meinungsumfragen zur Konsumfreude der Verbraucher belegen, dass Kaufkraft und Kaufbereitschaft der Verbraucher in Deutschland gegeben sind. Zudem wirken die niedrigen Energie- bzw. Benzinpreise wie ein Konjunkturprogramm. Ein Drittel der Verbraucher will im neuen Jahr mehr Geld für Mode ausgeben. Trotz dieses erfreulichen Umfeldes überwiegt die Unsicherheit, so dass die Erwartungen der Schuhindustrie für die nächsten sechs Monate eher gedämpft sind.“