Mehr als jeder Zweite (55%) blickt sorgenvoll in die Zukunft. Dies geht aus einer aktuellen Repräsentativbefragung der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen hervor, in der über 2.000 Personen ab 14 Jahren ihre Erwartungen für 2016 zum Ausdruck gebracht haben. Besonders die älteren Bundesbürger sind skeptisch – fast zwei Drittel der über 55-Jährigen blicken angstvoll auf 2016. Deutlich positiver äußern sich dagegen die jüngeren Generationen, die sich ’lediglich‘ zu zwei Fünfteln besorgt zeigen. Allerdings erhöhte sich in keiner Altersgruppe die Angst so stark wie bei den unter 35-Jährigen (2013: 19%, 2015: 42%). „Die gegenwärtige humanitäre Krise und die zunehmende Angst vor Terroranschlägen hat die Bevölkerung tief verunsichert und lässt sie an einer positiven Zukunft zweifeln“, so der Wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Prof. Dr. Ulrich Reinhardt.
Rezession befürchtet
2015 sind in Deutschland 100.000 mehr Bundesbürger beschäftigt als noch vor einem Jahr, die durchschnittlichen Löhne stiegen um 2,6%, die Inflation betrug gerade einmal 0,2% und die Bundesregierung rechnet für das Gesamtjahr mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,7%. Trotz dieser durchweg positiven Zahlen erwartet eine steigende Zahl von Bundesbürgern zunehmende wirtschaftliche Probleme für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Reinhardt: „Die deutsche Wirtschaft ist robust und alle Prognosen gehen auch für die kommenden Jahre von einem stabilen Wirtschaftswachstum aus. Dennoch zeigt sich die Bevölkerung beunruhigt und fürchtet eine negative Entwicklung. Besonders die Erwerbstätigen erwarten zusätzliche Belastungen und fürchten, ihren Lebensstandard nicht halten zu können.“
Abnehmende Konsumlust
Als mögliche Folge prognostiziert der Leiter der BAT-Stiftung eine abnehmende Konsumlust. Die Bürger setzen ihre Preissensibilität nicht nur beim Versorgungskonsum fort, so Prof. Reinhardt. Zusätzlich müsse sich auch der Bereich Erlebniskonsum auf Einsparungen einstellen. Das Sparen für schlechte Zeiten erlebe dagegen ein Comeback.