Aus dem vorgelegten Zahlenwerk des Handelskonzern geht vor hervor, dass der Nettoumsatz sich im ersten Halbjahr 2015 um 13,3% auf 392 Mio. Schweizer Franken (Vorjahr: 452 Mio. CHF) verringert hat. Der direkte Währungseffekt beim Nettoumsatzverlust beträgt -40 Mio. CHF. Währungs- und flächenbereinigt betrug die Abnahme -4,1%.
Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Wertminderungen (EBITDA) sank auf 11 Mio. CHF (Vorjahr: 14 Mio. CHF). Der Konzernverlust erreichte -36 Mio. CHF und lag damit dreimal so hoch wie im Vorjahr. (Vorjahr: -12 Mio. CHF).
Schweiz von Einkaufstourismus hart getroffen
Der währungs- und flächenbereinigte Umsatzrückgang resultierte in erster Linie aus dem Heimmarkt Schweiz, wo sich der Nettoumsatz um -8,6% und flächenbereinigt um -7,5% rückläufig entwickelte. Die Aufgabe des Euro-Mindestkurses verschärfte den Preisdruck in der Schweiz markant und führte darüber hinaus zu einer deutlichen Zunahme des Einkaufstourismus.
Rückläufiger Modeeinzelhandel in Deutschland
Einen Rückschlag musste Charles Vögele auch in der Verkaufsregion Deutschland verkraften. Der Nettoumsatz reduzierte sich währungs- und flächenbereinigt um -4%. In der Berichtsperiode hielt die Krise im deutschen stationären Modeeinzelhandel an und führte im Vergleich zum Vorjahr zu einem Volumenrückgang von -2,5%. Die negative Gesamtmarktentwicklung intensivierte den Druck, mehr Ware zu reduzierten Preisen zu verkaufen.
Benelux und CEE halten Kurs
In der Verkaufsregion Benelux (Niederlande und Belgien) legte der Nettoumsatz währungs- und flächenbereinigt um 0,7% zu. In der Verkaufsregion CEE (Central Eastern Europe: Österreich, Slowenien, Ungarn) betrug der Umsatzrückgang währungs- und flächenbereinigt -0,8%.
Ausblick auf die zweite Jahreshälfte
Die erschwerten Rahmenbedingungen seien Ansporn, die eingeleiteten Turnaround-Massnahmenmit Hochdruck voranzutreiben. Mit einer modernisierten Kollektion, dem neuen Einkaufserlebnis dank der Filial-Formatstrategie, dem neuen Online Shop und einer neuen Kommunikationskampagne sei Charles Vögele gut aufgestellt, um die Herausforderungen im zweiten Halbjahr anzugehen. Nach dem Währungsschock im Januar habe sich die Umsatzentwicklung zunehmend erholt und das Unternehmen verzeichne einen guten Juli. Es bleibe das Ziel der Unternehmensführung, den Umsatzrückgang (like-for-like) gegenüber dem Vorjahr zu stoppen und für das Gesamtjahr 2015 ein positives Betriebsergebnis (EBITDA) zu erwirtschaften.