Maßgeblich zu diesem starken Halbjahresergebnis beigetragen haben laut CBRE großvolumige Immobilienübernahmen im Rahmen von Unternehmenstransaktionen.
Sehr hoher Anteil außerhalb der Top 5-Städte
In den Investmentzentren Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München hat das Transaktionsvolumen mit insgesamt knapp 670 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 57% auf gut 1,8 Mrd. Euro zugenommen. Gleichzeitig hat sich auch das Investitionsvolumen außerhalb der Top-Standorte wesentlich erhöht. „Aufgrund seiner föderalen Struktur verfügt Deutschland über eine Vielzahl von interessanten Investitionsstandorten auch abseits der großen Zentren, die sowohl von Investoren als auch von Einzelhändlern verstärkt ins Visier genommen werden“, sagt Jan Dirk Poppinga, Head of Retail Investment von CBRE.
Insgesamt wurden hier fast acht Milliarden Euro in Handelsimmobilien allokiert, was einem Anteil von 81% am Gesamtvolumen entspricht. Der Portfolioanteil stieg merklich an und lag in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 bei knapp 65% – im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es rund 36%. Insbesondere ausländische Akteure haben laut CBRE im großen Umfang Handelsobjekte im Rahmen von Paketverkäufen in Deutschland erworben.
Der CBRE-Umfrage zufolge haben sich im ersten Halbjahr auch die Investitionen in Shopping-Center erhöht. Das investierte Volumen lag bei jnapp 2,9 Mrd. Euro. Mit 29% des gesamten Investmentvolumens waren Einkaufszentren damit die zweitstärkste Assetklasse.
Wesentlichen Anteil an diesem hohen Gesamtergebnis hatte auch hier eine Unternehmensübernahme. Für fast eine Milliarde Euro hat das französische Unternehmen Klépierre den Wettbewerber Corio sowie dessen fünf deutsche Shopping-Center übernommen. Zum anderen hat der kanadische Pensionsfonds Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB) in einer großvolumigen Transaktion 46,1% der Anteile am Shopping-Center-Entwickler und -Betreiber mfi von Unibail-Rodamco erworben. „Die diversen Übernahmen und Fusionen unter den Betreibern von Einkaufszentren in der jüngeren Vergangenheit deuten auf einen weitergehenden Konsolidierungsprozess in der Branche hin“, sagt Poppinga. Vor dem Hintergrund einer inzwischen begrenzten Anzahl geeigneter Standorte für neue Centerprojekte und teils langwieriger Entwicklungsphasen stellt die Übernahme eines Wettbewerbers eine alternative Expansionsmöglichkeit für Centerbetreiber dar, um gerade auch im lukrativen deutschen Einzelhandelsmarkt Marktanteile hinzuzugewinnen.
Internationale Investoren bestimmen den Markt
Mit Investitionen in Höhe von über sieben Milliarden Euro hatten internationale Anleger mit 72% einen deutlich höheren Anteil am Gesamtvolumen als im Vorjahreszeitraum (47%). Infolge der großvolumigen Unternehmensübernahmen zeigten sich laut CBRE insbesondere kanadische und französische Anleger aktiv auf dem deutschen Markt. Auf den weiteren Plätzen folgten britische Investoren sowie Anleger aus der Schweiz. „Neben klassischen Immobilientransaktionen stellen wir vor allem bei ausländischen Investoren zunehmend einen Trend hin zu Unternehmensübernahmen und -beteiligungen fest, um so an die begehrten Handelsimmobilien zu kommen und ihre Agenda im Hinblick auf die angestrebte Immobilienquote zu erfüllen“, sagt Linsin.