Laut einer Studie des BVOH verbieten immer mehr Hersteller den Händlern den Verkauf über Online-Shops (28%) und Marktplätze (78%). Aber gerade die Fachhändler in kleinen und mittleren Innenstädten seien auf den Onlinehandel als zweites Standbein angewiesen, da er oftmals für diese stationären Händler die einzige Möglichkeit zum Überleben sei.
Entgegen landläufiger Meinung gehe es in dieser Diskussion nicht darum, ob der Onlinehandel dem stationären Handel etwas wegnimmt, sondern darum, wie der stationäre Handel es gemeinsam mit dem Onlinehandel schaffe, gegen die Industrie und riesigen ’PurePlayer‘ bestehen zu können.
Die Industrie setzt selber immer stärker auf Direkt-Vertrieb – auch online. „Das lässt den KMU-Handel sterben“, sagt Oliver Prothmann im Vorfeld des ’eCommerce Day 2015‘, der Fachmesse für den Onlinehandel in Köln. Bemerkenswert sei dabei, dass „Hersteller-Online-Shops schneller wachsen als der Online-Handel insgesamt." Denn die Industrie setze selber immer stärker auf Direkt-Vertrieb – auch online.
Die angebliche Unterstützung der Fachhändler durch die Hersteller finde immer weniger statt. Hersteller-Webseiten, etwa von Adidas oder Nike, wandelten sich immer mehr zu Online-Shops und der Verweis auf Händler-Shops sei schwer zu finden.
Verbundgruppen und Einkaufsgemeinschaften würden von den Herstellern ebenso am Onlinehandel gehindert wie Onlinehändler direkt. Gerade Verbundgruppen mit ihren tausenden angeschlossenen Fachhändlern sind die großen Verlierer.