Vor diesem Hintergrund mehren sich seit Anfang Juni die Preisaktionen. Dem BTE zufolge betreffen diese jedoch vielfach Übergangsware und ältere Monatsprogramme. Und die Preisabschläge seien zudem oft moderat. Die ’Sale‘-Plakate im Schaufenster suggerieren dem Kunden – und dem Wettbewerb – jedoch meist umfassendere Reduzierungen als sie tatsächlich vorgenommen wurden. Jeder Modehändler sollte sich deshalb vor einer überstürzten ’Preis-Reaktion‘ erst einmal über die tatsächliche Situation beim Mitbewerber informieren.
Falsch sei es aber mit Sicherheit, für den breiten Markt bereits echte Sommermode in größerem Maße zu reduzieren. Denn obwohl es schon einige heiße Tage gab, stünden die wärmsten Wochen erst noch bevor. Vor allem viele Bedarfskäufer suchen erfahrungsgemäß noch im Juli und teilweise sogar im August nach Sommerware – werden dann aber allzu häufig nicht mehr fündig.
Das bedeutet: Zumindest im breiten Markt seien allzu zeitige, plakative und ’Wetter-unabhängige‘ Reduzierungen nicht sinnvoll. Die Preise sollten nach Ansicht des Verbandes stattdessen mit Augenmaß angepasst werden. Im Sinne einer zielführenden Reduzierungs-Dramaturgie empfiehlt der BTE ein schrittweises Vorgehen, das bei schlecht laufenden Artikeln und älteren Programmen bzw. bei Rabatten von 10 bis höchstens 30% beginnt. Erst zum Ende der Reduzierungsphase würden dann höhere Preisabschläge Sinn machen.
Dieser Ablauf sollte sich auch in den Werbemaßnahmen widerspiegeln. Es sei sicherlich wenig hilfreich, von Anfang Juni bis Mitte August dasselbe Sale-Plakat ins Schaufenster zu hängen. Die einzelnen Reduzierungsphasen sollten stattdessen bereits in der Außendarstellung unterscheidbar sein und einem Spannungsbogen folgen, um die Kunden immer wieder neu anzulocken. Einige Modehäuser werben gegen Saisonende deshalb im Schaufenster mit Zusatzhinweisen wie ’2. ‘ oder ’letzte Reduzierung‘.
Das Ende der Reduzierungsphase sollte dann der Schlussverkauf – oder ’Final Sale‘ – bilden, für dessen Start der BTE den 27. Juli 2015 empfiehlt.