Wie BTE-Präsident Steffen Jost anlässlich eines Pressegesprächs in Köln berichtete, war das Geschäft allerdings je nach Vertriebsform sehr unterschiedlich. Mittelständische Boutiquen und Modehäuser dürften im Schnitt ihren Umsatz nur knapp gehalten haben, wohingegen vertikale Modeketten vor allem auf Grund ihrer Flächenexpansion um rund 2% zulegen konnten. „Dieses Umsatzplus resultiert jedoch in vielen Fällen aus einer Flächenexpansion, auf vergleichbarer Fläche gab es längst nicht überall ein Wachstum“, erklärte Jost.
Noch drastischer klafft laut BTE die Entwicklung beim Versandhandel auseinander. Der BTE schätzt, dass 2015 rund 8% mehr Bekleidung und Textilien per E-Commerce verkauft wurde. „Der Marktanteil der Online-Shops stieg damit auf rund 16 Prozent“, berichtete Jost. Zusammen mit dem schrumpfenden klassischen Kataloggeschäft sowie dem Teleshopping entfällt auf den Distanzhandel damit nach BTE-Hochrechnungen ein Marktanteil von knapp 20%.
Auf den Bekleidungsfachhandel, zu dem statistisch auch Filialisten wie H&M oder Kik zählen, entfielen rund 30,5 Mrd. Euro. Weitere rund 5 Mrd. Euro Umsatz erzielte der Fachhandel mit Heim- und Haustextilien. Zusammen kommen die auf Bekleidung und Textilien spezialisierten Fachgeschäfte damit auf einen Marktanteil von ca. 57%. Der gesamte Distanzhandel kam nach BTE-Schätzungen auf 12 Mrd. Euro Umsatz, davon rund 10 Mrd. Euro mit E-Commerce. Hinzu kommen noch einmal ca. 14,5 Mrd. Euro Textilumsatz der Warenhäuser, der Lebensmitteldiscounter und anderer Handelsbranchen.
Probleme bereiten dem mittelständischen Modehandel derzeit vor allem die Entwicklung der Kundenfrequenz und der Wettbewerb im Internet, heißt es von Seiten des Bundesverbandes. Da die Menschen ihr Leben zunehmend vom heimischen Computer aus organisieren, verringern sich die Chancen für Spontan- oder Lustkäufe. Nach einer aktuellen BTE-Umfrage verringerte sich die Zahl der Kunden im vergangenen Jahr bei fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer.
Für 2016 ist der mittelständische Textil- und Modehandel dennoch zuversichtlich. Jeweils 43% der Modehändler rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatzzuwachs oder mit einem Pari. „Wenn das Wetter mitspielt, dürfte angesichts guter konjunktureller Rahmenbedingungen ein kleines einstelliges Umsatzplus zu erreichen sein“, hofft BTE-Präsident Steffen Jost.