Ähnlich war die Entwicklung bei den Erträgen, heißt es von Seiten des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Demnach meldeten 43% ein verbessertes Betriebsergebnis, bei 24% war es gegenüber 2014 immerhin stabil. Die restlichen 33% mussten allerdings eine Verschlechterung verkraften. Belastet wurden die Erträge dem BTE zufolge vor allem durch vielfach höhere Abschriften und Kosten. So haben sich die Preissenkungen im letzten Jahr bei 41% der Umfrageteilnehmer erhöht und nur bei 26% verringert. Das restliche Drittel meldete keine nennenswerte Veränderung. Kaum anders verlief die Entwicklung der Kosten, die sich bei 37% erhöhte, aber nur bei 28% verschlechterte. 35% sahen keine Veränderung.
Frequenz und Durchschnittsbon blieben im langjährigen Trend: Während sich die Kundenzahl lediglich bei 16% der Teilnehmer erhöhte, stieg der durchschnittliche Umsatz pro Kauf bei immerhin 59%. Umgekehrt fiel die Frequenz bei 63%, der Durchschnittsbon allerdings lediglich bei 11%.
Aktuell bereitet dem Modefachhandel die rückläufige Kundenfrequenz mit einem Nennungsanteil von 69% die größten Sorgen. Dahinter folgen der zunehmende Wettbewerb im bzw. mit dem Internet mit 64% und der zunehmende Wettbewerb durch die eigenen Lieferanten – online und stationär – mit 61% Nennungsanteil. Mit deutlichem Abstand als Problemfelder genannt wurden zudem die Bindung und Gewinnung guter Mitarbeiter (33%), Umsatzverluste bei bislang marktstarken Lieferanten (31%), die allgemeine Entwicklung der Umsätze (27%), die saisongerechte Warensteuerung (26%) sowie die Einkaufspreisentwicklung (20%) und die Entwicklung der Personalkosten (18%).
Imageproblemen aufgrund der in den letzten Jahren immer wieder kritisierten Produktionsbedingungen in einigen asiatischen Fabriken sieht sich der Modehandel dagegen derzeit kaum ausgesetzt. Denn die übergroße Mehrheit registrierte keine (43%) oder nur vereinzelte (48%) entsprechende Kundenfragen. Lediglich neun Prozent berichten über ein verstärktes und anhaltendes Kundeninteresse an diesem Thema. Gegenüber der letztjährigen Umfrage bedeutet dies nur ein Anstieg um einen Prozentpunkt.
Für 2016 sind die Erwartungen des Modehandels eher zuversichtlich: 43% der Unternehmen rechnen mit einem Umsatzplus, weitere 43% mit einem Pari und lediglich 13% mit einem Rückgang.
Neun von zehn der befragten Textilfachhändler planen zudem für das laufende Jahr Investitionen in ihr Unternehmen. Ganz vorne auf der Rangliste stehen dabei mit 42% Nennungsanteil Ausgaben für Ladenbau und Visual Merchandising, vor der Qualifizierung der Verkaufsmitarbeiter (40%). Es folgen Investitionen in Neue (Werbe)Medien (34%), in die Haustechnik wie z.B. Beleuchtung (33%), in Qualität und Zeit beim Einkauf (30%), in einen Internet-Shop bzw. Multi-Channel-Konzepte (20%), in die EDV-Organisation (17%) sowie in die Einstellung neuer Mitarbeiter (14%).